Elias in der Einöde (M+)

Ferdinand Olivier

Elias in der Einöde, um 1831

Öl auf Papier, auf Eichenholz geklebt, 75,0 x 56,5 cm
1934 aus dem Kunsthandel erworben
Inv. Nr. 9957

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Elias in der Einöde

Die alttestamentarische Ikonographie (I Kön 17) des Bildes greift ein beliebtes Thema des 17. Jahrhunderts auf: Der Prophet Elias prophezeite dem König Ahab, der durch seinen sündigen Lebenswandel den Zorn Gottes auf sich gezogen hatte, eine lange Dürrezeit. Von Gott wurde Elias an den Bach Krith geschickt, um dort in Einsamkeit die Strafe der Trockenzeit zu überdauern. Raben sollten ihn mit Brot und Fleisch versorgen. Als der Bach ebenfalls versiegte, verließ Elias die Einöde und fand bei einer frommen Frau Unterkunft.

Das Gemälde zeigt das Flusstal mit dem Propheten noch vor dem Einsetzen der Dürre. Die Handlung ist in die Landschaft eingebettet. Auf dem kargen Boden sitzend hat Elias die Arme weit ausgebreitet. Mit der rechten Hand weist er dabei auf einen im Vordergrund platzierten Feigenbaum, der als Symbol für den Frieden des messianischen Reiches steht. Blick und linker Arm dagegen sind gegen den Himmel gerichtet, wo der Rabe mit dem Brot heranfliegt. Der Brot bringende Rabe ist Zeichen für die Güte Gottes gegenüber den guten Menschen und wurde von den Nazarenern, insbesondere von Pforr, als Symbol für die Erneuerung des katholischen Glaubens verstanden.

Die ausgebreiteten Arme des Elias sind einerseits als Geste des Empfangens zu sehen, zum anderen liegt in ihnen auch etwas Verkündendes, wodurch Elias als Prophet kenntlich wird. Auch durch den hellen Hintergrund der Figur wird seine göttliche Begabung deutlich. Der Rabe als ein Bote Gottes erscheint ebenfalls vor dem strahlenden Licht des Himmels. Im rechten Vordergrund - dort liegt wohl die Quelle des Flusses Krith - sind dagegen dunkle, diffuse Farben eingesetzt, die das nahende Unheil der Naturkatastrophe bereits erahnen lassen.

Ferdinand Olivier (1785 ‐ 1841)

Leben und Werk

Wie nahe sich die konträren Auffassungen der Malerei Caspar David Friedrichs und jene der Nazarener kommen konnten, zeigt sich an der Person Ferdinand Oliviers. Als junger Künstler wurde er stark von Friedrichs Landschaftsmalerei beeinflusst, setzte sich aber zugleich, durch die Schriften Wackenroders und Tiecks angeregt, mit der Malerei Dürers auseinander. 1811 übersiedelte er nach Wien und trat dem Lukasbund bei, ging jedoch nicht, wie einige andere Mitglieder der Gruppe, nach Rom. Als überzeugter Protestant konvertierte Ferdinand Olivier auch nie zum katholischen Glauben, wie viele andere nazarenische Künstler es taten. Obwohl ihm die unmittelbare Italienerfahrung fehlte, stand er über seinen Bruder Friedrich Olivier in Kontakt mit der Kunst der Nazarener in Rom. Gleichwohl entwickelte Ferdinand Olivier unter dem Eindruck der österreichischen und deutschen Landschaft einen eigenständigen Stil, der aber deutlich nazarenisch geprägte Züge besitzt.

Ferdinand Olivier

Brunnen in der Campagna, um 1825/30

Öl auf Papier, auf Eichenholz geklebt, 25,0 x 18,9 cm
1917 aus Privatbesitz erworben
Inv. Nr. 8920

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Ferdinand Olivier

Campagnalandschaft mit dem Soracte, um 1825/30

Öl auf Papier, auf Eichenholz geklebt, 24,8 x 19,0 cm
1917 aus Privatbesitz erworben
Inv. Nr. 8921

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Ferdinand Olivier

Landschaft zu "Elias in der Einöde", um 1830/31

Öl auf Leinwand, 75,7 x 56,3 cm
1906 aus Privatbesitz erworben
Inv. Nr. 8426

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