Waldmüllers Sohn Ferdinand mit Hund (M+)

Ferdinand Georg Waldmüller

Waldmüllers Sohn Ferdinand mit Hund, 1836

Öl auf Holz, 39,2 x 31,2 cm
1925 aus dem Kunsthandel erworben
Inv. Nr. 9274

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Waldmüllers Sohn Ferdinand mit Hund

Die scharfzeichnende Malweise Waldmüllers erzeugt in dem Porträt seines Sohnes Ferdinand eine konzentrierte, dichte Atmosphäre. Das hochformatige Dreiviertelporträt des jungen Mannes ist vor den Hintergrund einer Berglandschaft gesetzt, deren Gipfel vom oberen Bildrand abgeschnitten sind. Bergmassiv und Fichtenwald hinterfangen den Dargestellten auf monumentale Art und Weise und tragen zugleich zu seiner Charakterisierung bei. Von den dunklen Farben des Hintergrundes hebt sich sein helles Inkarnat deutlich ab.

Der in Nahsicht und mit großer Detailgenauigkeit wiedergegebene junge Mann hat seinen Blick nach rechts in die Ferne gewendet. Er ist begleitet von einem Jagdhund, der auf einer Erhebung stehend in ganzer Größe und in starker Verkürzung wiedergegeben ist. Beide scheinen ihre Aufmerksamkeit auf einen Gegenstand oder ein Ereignis außerhalb des Bildes gerichtet zu haben. Waldmüller gelingt es, die augenblickliche Konzentration der beiden Figuren mit bildhaften Mitteln dauerhaft festzuhalten.

Ferdinand Georg Waldmüller (1793 ‐ 1865)

Leben und Werk

Ferdinand Waldmüller war der bedeutendste Maler des Wiener Biedermeier. Selbst aus einfachen Verhältnissen stammend, war sein Leben von Solidität und Bodenständigkeit gekennzeichnet, und auch sein künstlerisches Werk verlor nie den unmittelbaren Zugang zur Realität. Dies kam ihm vor allem bei seiner Tätigkeit als Porträtmaler zugute. Waldmüllers Malerei zeichnet sich durch die präzise und naturgetreue Wiedergabe unterschiedlichster Stofflichkeiten aus. Die Wiedergabe löst sich jedoch nie malerisch frei vom Gegenstand, sondern bleibt diesem in Detailtreue und formaler Linearität verhaftet. In der Feinheit der Darstellung sucht Waldmüller die Konkurrenz zu den alten Meistern, zur Malerei eines Hans Holbein des Jüngeren oder zu den niederländischen Feinmalern, an deren Werken er sich durch das Kopieren in Museen und Sammlungen geschult hat. Mit Holbein verbindet Waldmüller auch eine ähnliche Porträtauffassung: Zwar werden die physiognomischen Einzelheiten ungeschönt wiedergegeben, doch entsteht nie der Eindruck von Hässlichkeit oder Grobheit, sind die Personen immer würdevoll aufgefasst und vom Künstler mit großem Respekt ins Bild gesetzt. So treten in Waldmüllers Porträts Momenthaftigkeit und Wirklichkeitsgebundenheit auf der einen und überzeitliche Dauerhaftigkeit des Eindrucks auf der anderen Seite in ein spannungsreiches Verhältnis.

Ferdinand Georg Waldmüller

Mühle am Ausfluss des Königssees, 1840

Öl auf Eichenholz, 45,7 x 57,9 cm
1894 aus Privatbesitz erworben
Inv. Nr. 7950

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Ferdinand Georg Waldmüller

Bildnis einer edlen Managetta von Lerchenau, 1837

Öl auf Eichenholz, 32,2 x 26,4 cm
1961 aus Privatbesitz erworben
Inv. Nr. 13116

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Ferdinand Georg Waldmüller

Frühling im Wienerwald, um 1860

Öl auf Laubholz, 54,2 x 67,9 cm
1926 aus dem Kunsthandel erworben
Inv. Nr. 9324

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Ferdinand Georg Waldmüller

Abendlandschaft mit Ziegenherde, 1847

Öl auf Eichenholz, 55,5 x 69,0 cm
1930 aus dem Kunsthandel erworben
Inv. Nr. 9660

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Ferdinand Georg Waldmüller

Vorbereitung zum Fest, 1860 (?)

Öl auf Holz, 63,5 x 81,0 cm
Leihgabe der Bundesrepublik Deutschland
Inv. Nr. L 857

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Ferdinand Georg Waldmüller

Junge Bäuerin mit drei Kindern im Fenster, 1840

Öl auf Leinwand, 84,6 x 67,5 cm
1959 aus Staatsbesitz überwiesen
Inv. Nr. 12895

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Ferdinand Georg Waldmüller

Die Erwartete, 1850 oder 1860

Öl auf Nadelholz, 81,1 x 63,2
1925 aus dem Kunsthandel erworben
Inv. Nr. 9260

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