Der sterbende Valentin (M+)

Eugène Delacroix

Der sterbende Valentin, um 1826

Öl auf Leinwand, 32,5 x 24,3 cm
1971/72 als Vermächtnis von Theodor und Woty Werner erworben
Inv. Nr. 14248

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Der sterbende Valentin

Delacroix zeigt hier in dunkel-realistischen Zügen die Szene »Nacht, Straße
vor Gretchens Tür« aus dem ersten Teil von Goethes »Faust«. Bereits 1821
setzte sich Delacroix mit den »Faust«-Stichen des Goethe-Illustrators
Moritz von Retzsch auseinander. 1825 sah er in London eine musikalische
Aufführung des romantischen Melodrams »Faustus« von George Soane und
Daniel Terry, die ihn, wie er selbst äußerte, sehr beeindruckte. Noch im
selben Jahr begann er mit einer Folge von 18 Lithographien zu Albert Stapfers
französischer Ausgabe von Goethes »Faust« und schloss diese 1828 ab.
Auch das vorliegende Gemälde entstand während dieser Periode.
Delacroix muss den Text von Goethe genau gekannt haben, da er mehrere
Varianten zu verschiedenen Situationen dieser Szene geschaffen hat. Valentin,
der die Entehrung der Schwester rächen will, fällt durch Mephistos
Eingreifen im Kampf mit Faust. Während zwei Lithographien das Duell
selbst und die Flucht Fausts und Mephistos zeigen, ist auf dem Münchner
Gemälde der kurze Augenblick zwischen der Flucht Mephistos und Fausts,
dem Sturz Valentins und dem Erscheinen Gretchens dargestellt. Im Vordergrund
liegt der Degen Valentins als Beweis des stattgefundenen Kampfes.
Das wesentlich größere Bild in der Kunsthalle Bremen von 1847 schildert den unmittelbar anschließenden Vorgang. Gretchen ist vor ihren Bruder getreten, das Volk hat sich um Valentin versammelt, der die Hand gegen seine Schwester zum Fluch erhoben hat.

Eugène Delacroix (1798 ‐ 1863)

Leben und Werk

Geboren am 26. April 1798 in Charenton-Saint-Maurice (Seine), gestorben am 13. August 1863 in Paris. Zusätzlich zu seinem Studium an der École des Beaux-Arts seit 1816 betrieb Delacroix Aquarellstudien bei Raymond Soulier und beschäftigte sich intensiv mit den Alten Meistern im Louvre, vor allem den Venezianern, Spaniern und besonders Rubens. 1825 in London, bewunderte er den neuen Stil John Constables und Richard Parkes Boningtons und nahm Kontakt zu Thomas Lawrence auf. Unter dem Eindruck der Revolution von 1830 entstand sein sofort berühmt gewordenes Bild »Die Freiheit führt das Volk auf die Barrikaden«. Von nachhaltiger Wirkung auf Thematik, Farbgestaltung und Duktus war eine Reise 1831/32 nach Marokko, Algerien und Spanien. Feiert Ingres die Linie in der Malerei, geben die leidenschaftlich bewegten Motive und die dramatischen Effekte Delacroix' Entscheidung für die Farbe zu erkennen. Zusammen mit Théodore Géricault war er der führende Maler der romantischen Epoche in Frankreich.

Eugène Delacroix

Clorinde befreit Olindo und Sophronia, 1856

Öl auf Leinwand, 101,0 x 82,0 cm
1962 aus dem Kunsthandel erworben
Inv. Nr. 13165

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Eugène Delacroix

König Rodrigo, 1833

Tempera auf Papier auf Leinwand, 192 x 95 cm
»Noble Gäste« - Meisterwerke der Kunsthalle Bremen - Der Kunstverein in Bremen in der Neuen Pinakothek

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Eugène Delacroix

Die Sauhatz (nach Rubens), wohl 1839

Öl auf Papier, 54,4 x 71,7 cm
1913 im Rahmen der Tschudi-Spende erworben
Inv. Nr. 8717

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Eugène Delacroix

Zwei Pferde vor einem Stall, um 1825/27

Öl auf Holz, 40,5 x 63,5 cm

© Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Neue Pinakothek, München

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Eugène Delacroix

Der Tod der Ophelia, 1838

Öl auf Leinwand, 37,9 x 45,9 cm
1958 aus Privatbesitz erworben
Inv. Nr. 12764

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Eugène Delacroix

Zwei Pferde vor einem Stall, um 1825/27

Öl auf Holz, 40,5 x 63,5 cm

Inv. Nr. 16467

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