Hain bei Ariccia im Abendlicht (M+)

Ernst Willers

Hain bei Ariccia im Abendlicht, 1873

Öl auf Leinwand, 109,2 x 173,5 cm

Inv. Nr. 11645

Details   

Hain bei Ariccia im Abendlicht

Das Gemälde zeigt die Aussicht vom Parco Chigi bei Ariccia nach Südosten über die Pontinische Ebene auf die Küste des Tyrrhenischen Meeres. In der dunstigen Ferne erhebt sich der Monte Circeo aus dem Meer, der sagenumwobene Sitz der Zauberin Circe. Die Landschaft weckt damit die Erinnerung an die Odyssee und die Welt Homers. Die Ruine des toskanischen Tempels links ist eine freie Erfindung des Künstlers.

Ernst Willers (1802 ‐ 1880)

Leben und Werk

Geboren am 14. Februar 1803 in Oldenburg, gestorben am 1. Mai 1880 in München. – Willers studierte an der Düsseldorfer Kunstakademie, wo er sich mit Johann Wilhelm Schirmer befreundete, und setzte dieAusbildung 1824 in Dresden bei Johan Christian Dahl fort. Über Dahl kam er mit der frühen realistischen Landschaftsmalerei und der künstlerischen Praxis der vor dem Motiv gemalten Ölstudie in Berührung. 1832/33 besuchte er die bayerischen Alpen und die Gegend von Berchtesgaden, wo er erste Studien zu alpinen Landschaften machte.1835 übersiedelte Willers nach Rom. Dort beeinflusste ihn die heroische Landschaftsauffassung der älteren Generation deutscher Künstler wie Joseph Anton Koch und Johann Christian Reinhart. Willers verbrachte die Sommermonate regelmäßig mit Studien in der Campagna und den Sabiner Bergen, die er für seine imAtelier gemalten, sorgfältig komponierten Landschaften verwendete. Im Auftrag seines Landesherrn, des Großherzogs Paul Friedrich August von Oldenburg, reiste Willers 1843 nach Griechenland, wo seit 1836 dessen Tochter Amalie als Gemahlin König Ottos regierte. Der Auftrag zu einem Zyklus griechischer Landschaften für das Oldenburger Schloss veranlasste ihn zu einer zweiten Reise nach Griechenland, die er 1857 bis 1859 in Begleitung von Louis Gurlitt unternahm. 1861 verließ er Rom und kehrte vorübergehend nach Oldenburg zurück, bevor er sich 1864 in München niederließ. Das Werk von Willers besteht ausschließlich aus Landschaften, in denen er die vom aufkommenden Realismus geprägte Wirklichkeitsbeobachtung mit der klassisch-idealen Tradition des südlichen Landschaftsbildes verknüpfte.