Das Generalife bei Granada (M+)

Das Generalife bei Granada

Der oberhalb der Alhambra gelegene Palacio de Generalife war der Sommersitz der maurischen Herrscher. „Ueber einer von Laub- und Wasserfülle überquellenden, von riesigen Nußbäumen beschatteten Stromschlucht, die bei den Arabern als Sitz der irdischen Glückseeligkeit gepriesen und wegen ihrer gesunden, lebenspendenden Luft von fernher besucht wurde, ragen zur Seite auf jähen Felsen die röthlichen Mauern und Thürme der Alhambra empor, vor uns aber leuchtet von noch höherem Berghange aus Myrthen- und Granaten-Dickicht in traumhafter Schönheit das Generalife herab“ (Schack).

Eduard Gerhardt (1813 ‐ 1888)

Leben und Werk

Geboren am 29. April 1813 in Erfurt, gestorben am 6. März 1888 in München. – Gerhardt beschäftigte sich zunächst als Zeichner, Stecher und Lithograph mit Architekturdarstellungen. Erst nach seiner Übersiedlung nach München 1837 erlernte er die Ölmalerei und spezialisierte sich auf Architekturbilder. In den 1840er Jahren erkundete Gerhardt mehrfach Oberitalien und wurde vor allem mit Venedigansichten bekannt. 1848 konnte er mit einem Stipendium des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV. nach Spanien reisen, wo er sich unter anderem in Valencia, Granada und Gibraltar aufhielt. Nach seiner Rückkehr 1852 erwarb der preußische König 53 Aquarelle mit Ansichten aus Spanien und Portugal. Zu den Sammlern der Bilder Gerhardts gehörten König Ludwig I., der zwischen 1857 und 1864 drei Gemälde für die Neue Pinakothek kaufte, sowie Zar Alexander II., für den Gerhardt 36 großformatige Aquarelle mit Ansichten von Venedig und Sujets aus Spanien malte. Schack erwarb fünf Gemälde des Künstlers, wobei er besonders an den Darstellungen der maurischen Bauten in Granada interessiert war. Gerhardt war aber auch als Architekt für den Sammler tätig und entwarf 1862 das erste Galeriegebäude auf dem Grundstück an der Brienner Straße, das 1865 durch Heinrich von Hügel umgebaut und erweitert wurde.