Die Barke (M+)

Édouard Manet

Die Barke, 1874

Öl auf Leinwand, 82,7 x 105,0 cm
1913/14 im Rahmen der Tschudi-Spende erworben
Inv. Nr. 8759

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Die Barke

Manet hat dieses Bild im hellen Licht eines sonnigen Sommertages gemalt und hat Monet bei ebensolcher Tätigkeit an Bord seiner kleinen Barke dargestellt.
Scheinbar zufällig hat der Blick das Boot, den Freund und dessen Frau erfasst, das glitzernde Wasser, Ufer, Boote und einen Streifen Himmel in zartem Blau – so locker, so skizzenhaft ist die Malweise. Diese Lockerheit des Pinselduktus verleiht dem Bild in Verbindung mit dem hellen Licht, den leuchtenden Farben und der geschwungenen Bootsform mit Sonnensegel einen heiteren Charakter, an dem auch der Dargestellte in seiner sommerlichen Kleidung teilhat Der Menschenschilderer Manet vermag aber zugleich die Konzentration Monets beim Malen zu vermitteln, indem er ihn in vollem Profil vor dem blauen Grund der Kajütenwand konzentriert auf sein Werk blicken lässt.
In diesem Sommer des Jahres 1874 hatten sich etliche der Impressionisten in Argenteuil eingefunden, so auchGustave Caillebotte, Alfred Sisley und Auguste Renoir. Manet hatte Claude Monet, den er hin und wieder finanziell unterstützte, 1871 in dem kleinen Ort an der Seine nördlich von Paris untergebracht. 1874 besuchte er ihn mehrmals von Gennevilliers aus, das am anderen Ufer der Seine gelegen ist; er malte damals auch die Familie Monet im Garten, zur gleichen Zeit wie Renoir. Von Monet entstand zu jener Zeit das Bild »Seinebrücke von Argenteuil« (Inv. Nr. 8642).

Édouard Manet (1832 ‐ 1883)

Leben und Werk

Geboren am 23. Januar 1832 in Paris, gestorben am 30. April 1883 ebenda. Manet studierte von 1850 bis 1856 in Paris bei Thomas Couture. Auf Reisen nach Holland, Deutschland, Österreich, Spanien und Italien setzte er sich vor allem mit den Alten Meistern auseinander, beschäftigte sich aber auch intensiv mit den Werken Eugène Delacroix' und Gustave Courbets. Seine zeitgenössischen Interpretationen älterer Themen wie "Le déjeuner sur l'herbe" und "Olympia", beide Gemälde befinden sich heute im Musée d'Orsay, Paris, empörten Kritiker wie Publikum. Anlässlich der Weltausstellung 1867 errichtete Manet einen eigenen Pavillon außerhalb des Ausstellungsgeländes, um mit 55 Werken eine beeindruckende Soloausstellung zeigen zu können. Die Weltausstellung wurde von der Erschießung Kaiser Maximilians in Mexiko überschattet; ein Ereignis, das Manet zum Thema eines großformartigen Gemäldes machte, heute in der Kunsthalle Mannheim. Manet war mit zahlreichen impressionistischen Malern befreundet, nahm aber an der ersten Impressionistenausstellung 1874 nicht teil. Während der Künstler mit seiner kühlfarbigen Tonmalerei zunächst dem von ihm bewunderten Velázquez folgte, lassen sich nach 1863 die Einflüsse der flächigeren ostasiatischen Kunst und der Freilichtmalerei beobachten.

Édouard Manet

Le Déjeuner, 1868

Öl auf Leinwand, 118,3 x 154,0 cm
1911 im Rahmen der Tschudi-Spende erworben
Inv. Nr. 8638

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