Seinebrücke von Argenteuil (M+)

Claude Monet

Seinebrücke von Argenteuil, 1874

Öl auf Leinwand
1912 im Rahmen der Tschudi-Spende erworben
Inv. Nr. 8642

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Seinebrücke von Argenteuil

Dargestellt ist die 1872 nach dem Deutsch-Französischen Krieg neu erbaute Brücke über die Seine bei Argenteuil. Monet hat den Blickwinkel stromaufwärts gewählt, hinter der Brücke sind das Ufer und die Hügel von Orgemont zu erkennen. Der Krieg von 1870 hatte Monet mit seiner Familie aus Paris nach London vertrieben. Als er über Holland zurückkehrte, nahm er sich in Argenteuil eine Wohnung. Auf den ruhigeren Randgewässern der Seine und kleineren Flussläufen arbeitete Monet erstmals in seinem Atelierboot. Nun entstanden fast ausschließlich Landschaften, die er wiederholt unter den verschiedensten Wetter und Lichtverhältnissen direkt vor der Natur schuf.

Ein Jahr zuvor hatte Monet in seinem berühmten und namenstiftenden Bild "Impression, soleil levant" erstmals Bauten des modernen Lebens zum Bildthema gemacht. Während dort die Kräne des Hafens von Le Havre zum Bildmotiv wurden, ist es hier in Argenteuil die beeindruckende Eisenkonstruktion der die ganze Breite des Flusses überspannenden Brücke. Dass zudem die spontane Wiedergabe der aktuellen Stimmung von Licht und Farbe seiner Umgebung nicht leicht zu bewältigen war, schrieb Monet im Januar desselben Jahres aus Le Havre an Pissaro: "Je travaille, mais quand on a cessé la marine, c'est le diable après - très difficile; cela change à tout instant et ici le temps varie plusieurs fois dans la même journée."

Claude Monet (1840 ‐ 1926)

Leben und Werk

Geboren am 14. November 1840 in Paris, gestorben am 6. Dezember 1926 in Giverny (Seine). Schon während seiner Jugend in Le Havre wurde Monet durch Eugène Boudin an die Freilichtmalerei herangeführt. 1859 nahm er das Studium an der Académie Suisse in Paris auf und lernte Camille Pissarro kennen, bevor er 1860 als Soldat nach Algerien ging. Nach seiner Rückkehr 1862 besuchte er in Paris für kurze Zeit das Atelier von Charles Gleyre, wo er sich mit Alfred Sisley, Auguste Renoir und Jean Frédéric Bazille anfreundete; die jungen Maler sahen in Monet schon bald ihren geistigen Anführer. Mit Ausbruch des deutsch-französischen Krieges 1870 ging der Maler nach England, später folgten Argenteuil vor Paris 1872 bis 1878, Vétheuil nordwestlich von Paris 1878 bis 1881 und schließlich Giverny. Monet gilt als Begründer der impressionistischen Malweise und nahm 1874 an der ersten selbständigen Impressionistenausstellung in Paris mit dem Bild »Impression, soleil levant«, das einer ganzen Epoche den Namen geben sollte, teil.

Claude Monet

Seerosen, um 1915

Öl auf Leinwand, 151,4 x 201,0 cm
1978 aus dem Kunsthandel erworben
Inv. Nr. 14562

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