Küste von Helgoland (M+)

Christian Ernst Bernhard Morgenstern

Küste von Helgoland, 1863

Öl auf Leinwand, 79,5 x 122,8 cm

Inv. Nr. 11605

Details   

Küste von Helgoland

Wie die Alpen wurden auch die Landschaften des Nordens erst durch Dichtung und Malerei der Romantik entdeckt. Heinrich Heine widmete der rauen Natur der Meeresküste seinen Gedichtzyklus „Die Nordsee“ (1826). Christian Morgenstern stammte aus Hamburg, lebte aber seit 1830 in München, wo er sich Carl Rottmann anschloss. Das Gemälde erinnert an nächtliche Küstenszenen in der Malerei der Dresdner Romantik, etwa im Werk von Caspar David Friedrich und Johan Christian Dahl.

Christian Ernst Bernhard Morgenstern (1805 ‐ 1867)

Leben und Werk

Geboren am 29. September 1805 in Hamburg als Sohn des Porträtmalers Carl Heinrich Morgenstern, gestorben am 27. Februar 1867 in München. – Morgenstern arbeitete zunächst in der graphischen Werkstatt der Gebrüder Suhr in Hamburg, die für ihre Ansichtenwerke und Panoramen bekannt war. 1824 setzte er seine Ausbildung bei dem Hamburger Maler SiegfriedDetlev Bendixen fort.Morgenstern stand in freundschaftlichem Verkehr mit denMalern Otto und Erwin Speckter sowie mit dem Kunstforscher Carl Friedrich von Rumohr. Auf dessen Empfehlung begab er sich 1827 nach Skandinavien und besuchte die Kunstakademie Kopenhagen. 1830 folgte er RumohrsRat und siedelte nachMünchen über, um dort seine Laufbahn als Landschaftsmaler weiter zu verfolgen. In München war er unter anderem mit Eugen Napoleon Neureuther, Carl Rottmann und Eduard Schleich befreundet. 1835 bis 1839 hielt er sich während des Sommers im Elsass auf, dessen Landschaften auf zahlreichen Studien und Gemälden Morgensterns begegnen. Mit Schleich reiste er 1842 nach Oberitalien und Venedig. Es blieb seine einzige Begegnung mit dem Süden. 1850 besuchte er aus gesundheitlichen Gründen die Insel Helgoland und nutzte die Zeit dort für Naturstudien. Außer in München hielt sich Morgenstern häufig in der ländlichenUmgebung der Stadt auf und lebte in Dachau, Murnau, am Chiemsee und in Starnberg. Morgenstern gehörte zu der Gruppe norddeutscher und skandinavischer Künstler, die in den 1830er Jahren die an der fortschrittlichen Kopenhagener Akademie erlernte Praxis der Freilichtmalerei und Naturstudie vor dem Motiv nach München vermittelten und die Entwicklung der realistischenMünchner Landschaftsmalerei beeinflussten. Morgensterns Werk umfasst zahlreiche Studien, die während seiner Reisen und Landaufenthalte entstanden sind und die er für seine im Atelier gemalten repräsentativen Ausstellungsbilder verwendete. Sein Sohn war der Landschaftsmaler Carl Ernst Morgenstern (1847–1928), sein Enkel der Dichter Christian Morgenstern (1871–1914), der Autor der Galgenlieder.