Türken in einem Kaffeehaus (M+)

Carl Spitzweg

Türken in einem Kaffeehaus, um 1855

Öl auf Leinwand, 41,7 x 52,7 cm
1863 durch Adolf Friedrich Graf von Schack erworben
Inv. Nr. 11552

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Türken in einem Kaffeehaus

Orientalische Themen haben Spitzweg fasziniert, obwohl er selbst nie den östlichen Mittelmeerraum bereist hat. In Paris und in London, wo er 1851 die Weltausstellung besuchte, hat er Orientalen gesehen und in Studien festgehalten. Auf solche Anregungen geht das Gemälde zurück, das er 1863 an Schack verkauft hat. Dieser hat den Nahen Osten mehrfach bereist und war ein hervorragender Kenner der orientalischen Kulturen.

Carl Spitzweg (1808 ‐ 1885)

Leben und Werk

Carl Spitzweg stammte aus sicheren bürgerlichen Verhältnissen und war zunächst als Apotheker tätig. Erst nach einer schweren Krankheit entschloss er sich dazu, seiner eigentlichen Berufung zu folgen und sich ganz der Malerei zu widmen. Aufgrund seiner gefestigten gesellschaftlichen Stellung und einer Erbschaft konnte er seiner künstlerischen Tätigkeit ohne materielle Sorgen nachgehen. Dennoch erhob der Einzelgänger Spitzweg auch als Autodidakt Anspruch auf Anerkennung als professioneller Künstler. Diese wurde ihm offiziell jedoch erst 1868 mit der Ernennung zum Ehrenmitglied der Münchner Kunstakademie zuteil. Spitzweg konnte zu Lebzeiten etwa vierhundert Gemälde verkaufen. Bewunderer und Käufer fand er vor allem in der zu neuer Kaufkraft gelangten Bürgerschaft, wenngleich die Popularität, die Spitzwegs Malerei heute genießt, erst nach dem Zweiten Weltkrieg einsetzte. Spitzwegs kleinformatige Genrebilder spiegeln das Leben des kleinbürgerlichen und weitgehend unpolitischen Menschen der Restaurationszeit wider. Negative oder störende Elemente sind ausgeblendet. Die Bilder zeigen meist eine ungetrübte Kleinstadt oder Landidylle mit oft etwas kauzigen, aber harmlosen und ein beschauliches Leben führenden Menschen. Wenngleich Spitzweg häufig einen ironischen, spöttelnden Ton anschlägt, bleibt die unterschwellige Kritik an der selbstgewählten Beschränkung dieser Menschen aufs Private immer liebenswürdig. Unter dem Einfluss der Künstlerfreunde Schleich und Morgenstern wandte sich Spitzweg auch der Landschaftsmalerei zu. Seine späten Landschaften zeichnen sich durch einen sehr freien Farbauftrag und eine realistische Wiedergabe aus und schließen an fortschrittliche Tendenzen innerhalb der deutschen Landschaftsmalerei der Zeit an.

Carl Spitzweg

Nächtliche Runde, um 1875

Öl auf Leinwand, 32,4 x 54,2 cm
1917 aus Privatbesitz erworben
Inv. Nr. 8942

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Carl Spitzweg

Irrlichter, um 1867/68

Öl auf Laubholz, 31,3 x 53,7 cm
1908 von Eugen Spitzweg, dem Neffen des Künstlers, erworben
Inv. Nr. 8515

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Carl Spitzweg

Der Institutsspaziergang, um 1860

Öl auf Leinwand, 32,1 x 54,1 cm
1957 aus Staatsbesitz überwiesen
Inv. Nr. 11995

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Carl Spitzweg

Der Besuch des Landesvaters, um 1875

Öl auf Pappe, 31,0 x 23,8 cm
1917 aus Privatbesitz erworben
Inv. Nr. 8943

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Carl Spitzweg

Der arme Poet, 1839

Öl auf Leinwand, 36,2 x 44,6 cm
1887 als Schenkung vom Neffen des Künstlers erworben
Inv. Nr. 7751

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Carl Spitzweg

Ein Einsiedler, Violine spielend, um 1862

Öl auf Leinwand, 31,7 x 53,8 cm
1863 durch Adolf Friedrich Graf von Schack erworben
Inv. Nr. 11556

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Carl Spitzweg

Spanisches Ständchen, um 1856

Öl auf Leinwand, 67,8 x 53,3 cm
1864 durch Adolf Friedrich Graf von Schack erworben
Inv. Nr. 11560

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Carl Spitzweg

Der Abschied, um 1855

Öl auf Leinwand, 53,9 x 32,0 cm
1864 durch Adolf Friedrich Graf von Schack erworben
Inv. Nr. 11561

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Carl Spitzweg

Ein Hypochonder, um 1865

Öl auf Leinwand, 54,0 x 31,4 cm
1866 durch Adolf Friedrich Graf von Schack erworben
Inv. Nr. 11563

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