Nächtliche Runde (M+)

Carl Spitzweg

Nächtliche Runde, um 1875

Öl auf Leinwand, 32,4 x 54,2 cm
1917 aus Privatbesitz erworben
Inv. Nr. 8942

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Nächtliche Runde

Seit den 1860er Jahren beschäftigte sich Spitzweg häufiger mit Nachtbildern. Die Erscheinung des blaugrünen Mondlichts auf den Häusern und die Gestirne am Himmel zogen sein Interesse an. Das Motiv der Scharwache, des nächtlichen Kontrollgangs durch das Militär, fügt sich in seiner stillen Pracht besonders gut in diese Stimmung. Ein erster Soldat betritt mit eingelegtem Gewehr die Brücke, ihm folgen mit weitem Abstand der Hauptmann und der Trommler, dahinter streift die lockere Schar. Der Erzählbogen reicht vom schüchternen Schauen des vorderen zum geselligen Plaudern des Gefolges. Bei näherer Betrachtung fällt auf, dass es sich bei den blauen Mänteln mit langen Rockschößen, den Schärpen wie den Hüten um ältere bayerische Uniformen handelt, wie sie bereits zur Zeit der napoleonischen Kriege getragen wurden. Als Friedensuniform hielt sich diese Ausrüstung zwar länger, um 1870 wechselte man jedoch zu beweglicheren Uniformen.
Spitzwegs Scharwache scheint damit einer älteren Zeit anzugehören. Zur Einordnung seiner Idyllen ist zu bedenken, dass sie weniger zeitgenössisch, sondern eher in einer verträumten, leicht altertümlichen Zeit angesiedelt sind. Der Zeitgenosse Friedrich Pecht sprach von der »Jean-Paul-Zeit« in Spitzwegs Bildern. Das Spektrum seiner Nachtstücke reicht von solchen Streifzügen über Serenaden bis zu unheimlichen Szenen.

Carl Spitzweg (1808 ‐ 1885)

Leben und Werk

Carl Spitzweg stammte aus sicheren bürgerlichen Verhältnissen und war zunächst als Apotheker tätig. Erst nach einer schweren Krankheit entschloss er sich dazu, seiner eigentlichen Berufung zu folgen und sich ganz der Malerei zu widmen. Aufgrund seiner gefestigten gesellschaftlichen Stellung und einer Erbschaft konnte er seiner künstlerischen Tätigkeit ohne materielle Sorgen nachgehen. Dennoch erhob der Einzelgänger Spitzweg auch als Autodidakt Anspruch auf Anerkennung als professioneller Künstler. Diese wurde ihm offiziell jedoch erst 1868 mit der Ernennung zum Ehrenmitglied der Münchner Kunstakademie zuteil. Spitzweg konnte zu Lebzeiten etwa vierhundert Gemälde verkaufen. Bewunderer und Käufer fand er vor allem in der zu neuer Kaufkraft gelangten Bürgerschaft, wenngleich die Popularität, die Spitzwegs Malerei heute genießt, erst nach dem Zweiten Weltkrieg einsetzte. Spitzwegs kleinformatige Genrebilder spiegeln das Leben des kleinbürgerlichen und weitgehend unpolitischen Menschen der Restaurationszeit wider. Negative oder störende Elemente sind ausgeblendet. Die Bilder zeigen meist eine ungetrübte Kleinstadt oder Landidylle mit oft etwas kauzigen, aber harmlosen und ein beschauliches Leben führenden Menschen. Wenngleich Spitzweg häufig einen ironischen, spöttelnden Ton anschlägt, bleibt die unterschwellige Kritik an der selbstgewählten Beschränkung dieser Menschen aufs Private immer liebenswürdig. Unter dem Einfluss der Künstlerfreunde Schleich und Morgenstern wandte sich Spitzweg auch der Landschaftsmalerei zu. Seine späten Landschaften zeichnen sich durch einen sehr freien Farbauftrag und eine realistische Wiedergabe aus und schließen an fortschrittliche Tendenzen innerhalb der deutschen Landschaftsmalerei der Zeit an.

Carl Spitzweg

Irrlichter, um 1867/68

Öl auf Laubholz, 31,3 x 53,7 cm
1908 von Eugen Spitzweg, dem Neffen des Künstlers, erworben
Inv. Nr. 8515

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Carl Spitzweg

Der Institutsspaziergang, um 1860

Öl auf Leinwand, 32,1 x 54,1 cm
1957 aus Staatsbesitz überwiesen
Inv. Nr. 11995

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Carl Spitzweg

Der Besuch des Landesvaters, um 1875

Öl auf Pappe, 31,0 x 23,8 cm
1917 aus Privatbesitz erworben
Inv. Nr. 8943

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Carl Spitzweg

Der arme Poet, 1839

Öl auf Leinwand, 36,2 x 44,6 cm
1887 als Schenkung vom Neffen des Künstlers erworben
Inv. Nr. 7751

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Carl Spitzweg

Ein Einsiedler, Violine spielend, um 1862

Öl auf Leinwand, 31,7 x 53,8 cm
1863 durch Adolf Friedrich Graf von Schack erworben
Inv. Nr. 11556

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Carl Spitzweg

Türken in einem Kaffeehaus, um 1855

Öl auf Leinwand, 41,7 x 52,7 cm
1863 durch Adolf Friedrich Graf von Schack erworben
Inv. Nr. 11552

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Carl Spitzweg

Spanisches Ständchen, um 1856

Öl auf Leinwand, 67,8 x 53,3 cm
1864 durch Adolf Friedrich Graf von Schack erworben
Inv. Nr. 11560

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Carl Spitzweg

Der Abschied, um 1855

Öl auf Leinwand, 53,9 x 32,0 cm
1864 durch Adolf Friedrich Graf von Schack erworben
Inv. Nr. 11561

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Carl Spitzweg

Ein Hypochonder, um 1865

Öl auf Leinwand, 54,0 x 31,4 cm
1866 durch Adolf Friedrich Graf von Schack erworben
Inv. Nr. 11563

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