Der Besuch des Landesvaters (M+)

Carl Spitzweg

Der Besuch des Landesvaters, um 1875

Öl auf Pappe, 31,0 x 23,8 cm
1917 aus Privatbesitz erworben
Inv. Nr. 8943

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Der Besuch des Landesvaters

In einer kleinen Bergstadt ist die Kutsche des Landesherrn eingefahren und wird vom Volk wie der im Schatten eines Kirchenportals verborgenen Geistlichkeit begrüßt. Auffälligerweise ist die Komposition so gewählt, dass die Ankunft von hinten eingefangen wird. Dadurch kommt nicht die würdige Erscheinung des Regenten zur Entfaltung, sondern wird in erster Linie die gespreizte Haltung des Kammerdieners auf dem rückwärtigen Tritt der Kutsche, dem Hund und Kinder hinterherlaufen, zum Thema. Durch das Übergängliche der Szene bleibt zweifelhaft, ob die vornehme Kutsche überhaupt anhalten wird.
Spitzweg unternahm seit den 1830er Jahren zusammen mit seinem Malerfreund Eduard Schleich d. Ä. ausgedehnte Wanderungen durch die Alpen. Auch diese Szene enthält Impressionen eines tirolischen Reisebildes. Aufgrund der offenen und gleichmäßigen Malweise wird es allgemein in die spätere Zeit des Malers eingeordnet. Das Thema der Ankunft hochrangiger Persönlichkeiten hat Spitzweg in Bildern wie »Serenissimus, er kommt« in subtiler Kritik am Zeremoniell der alten Zeit gelegentlich aufgenommen. Hier wird nicht die Person selbst gefeiert, sondern die breite Freude um seine Einfahrt zur scheinbar goldenen Idylle vom Frieden im Lande.

Carl Spitzweg (1808 ‐ 1885)

Leben und Werk

Carl Spitzweg stammte aus sicheren bürgerlichen Verhältnissen und war zunächst als Apotheker tätig. Erst nach einer schweren Krankheit entschloss er sich dazu, seiner eigentlichen Berufung zu folgen und sich ganz der Malerei zu widmen. Aufgrund seiner gefestigten gesellschaftlichen Stellung und einer Erbschaft konnte er seiner künstlerischen Tätigkeit ohne materielle Sorgen nachgehen. Dennoch erhob der Einzelgänger Spitzweg auch als Autodidakt Anspruch auf Anerkennung als professioneller Künstler. Diese wurde ihm offiziell jedoch erst 1868 mit der Ernennung zum Ehrenmitglied der Münchner Kunstakademie zuteil. Spitzweg konnte zu Lebzeiten etwa vierhundert Gemälde verkaufen. Bewunderer und Käufer fand er vor allem in der zu neuer Kaufkraft gelangten Bürgerschaft, wenngleich die Popularität, die Spitzwegs Malerei heute genießt, erst nach dem Zweiten Weltkrieg einsetzte. Spitzwegs kleinformatige Genrebilder spiegeln das Leben des kleinbürgerlichen und weitgehend unpolitischen Menschen der Restaurationszeit wider. Negative oder störende Elemente sind ausgeblendet. Die Bilder zeigen meist eine ungetrübte Kleinstadt oder Landidylle mit oft etwas kauzigen, aber harmlosen und ein beschauliches Leben führenden Menschen. Wenngleich Spitzweg häufig einen ironischen, spöttelnden Ton anschlägt, bleibt die unterschwellige Kritik an der selbstgewählten Beschränkung dieser Menschen aufs Private immer liebenswürdig. Unter dem Einfluss der Künstlerfreunde Schleich und Morgenstern wandte sich Spitzweg auch der Landschaftsmalerei zu. Seine späten Landschaften zeichnen sich durch einen sehr freien Farbauftrag und eine realistische Wiedergabe aus und schließen an fortschrittliche Tendenzen innerhalb der deutschen Landschaftsmalerei der Zeit an.

Carl Spitzweg

Nächtliche Runde, um 1875

Öl auf Leinwand, 32,4 x 54,2 cm
1917 aus Privatbesitz erworben
Inv. Nr. 8942

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Carl Spitzweg

Irrlichter, um 1867/68

Öl auf Laubholz, 31,3 x 53,7 cm
1908 von Eugen Spitzweg, dem Neffen des Künstlers, erworben
Inv. Nr. 8515

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Carl Spitzweg

Der Institutsspaziergang, um 1860

Öl auf Leinwand, 32,1 x 54,1 cm
1957 aus Staatsbesitz überwiesen
Inv. Nr. 11995

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Carl Spitzweg

Der arme Poet, 1839

Öl auf Leinwand, 36,2 x 44,6 cm
1887 als Schenkung vom Neffen des Künstlers erworben
Inv. Nr. 7751

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Carl Spitzweg

Ein Einsiedler, Violine spielend, um 1862

Öl auf Leinwand, 31,7 x 53,8 cm
1863 durch Adolf Friedrich Graf von Schack erworben
Inv. Nr. 11556

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Carl Spitzweg

Türken in einem Kaffeehaus, um 1855

Öl auf Leinwand, 41,7 x 52,7 cm
1863 durch Adolf Friedrich Graf von Schack erworben
Inv. Nr. 11552

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Carl Spitzweg

Spanisches Ständchen, um 1856

Öl auf Leinwand, 67,8 x 53,3 cm
1864 durch Adolf Friedrich Graf von Schack erworben
Inv. Nr. 11560

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Carl Spitzweg

Der Abschied, um 1855

Öl auf Leinwand, 53,9 x 32,0 cm
1864 durch Adolf Friedrich Graf von Schack erworben
Inv. Nr. 11561

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Carl Spitzweg

Ein Hypochonder, um 1865

Öl auf Leinwand, 54,0 x 31,4 cm
1866 durch Adolf Friedrich Graf von Schack erworben
Inv. Nr. 11563

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