Das Innere einer Kirche in den Pontinischen Sümpfen (M+)

Carl Friedrich Heinrich Werner

Das Innere einer Kirche in den Pontinischen Sümpfen, 1840

Öl auf Leinwand, 63,5 x 51,5 cm

Inv. Nr. 11644

Details   

Das Innere einer Kirche in den Pontinischen Sümpfen

Wir wissen nicht, welche Kirche der Architekturmaler Carl Werner hier dargestellt hat. Es ist ein mittelalterliches Baudenkmal, das dem Verfall preisgegeben ist. Das eindringende Wasser sammelt sich in einer Pfütze, die Fresken blättern ab. Die Pontinischen Sümpfe südöstlich von Rom waren vor ihrer Trockenlegung in den 1930er Jahren als Malariagebiet gefürchtet. Immer mehr Bewohner haben die Gegend verlassen, so dass sie um 1900 nahezu entvölkert war.

Carl Friedrich Heinrich Werner (1808 ‐ 1894)

Leben und Werk

Geboren am 4. Oktober 1808 in Weimar als Sohn eines Musiklehrers, gestorben am 10. Januar 1894 in Leipzig. – 1824 trat Werner in die Leipziger Kunstakademie ein, wo er bei Hans Veit Schnorr von Carolsfeld Zeichenunterricht erhielt. Er wechselte 1829 nach München, um an der Kunstakademie bei Friedrich Gärtner Architektur zu studieren. 1831 verlegte er sich auf die Malerei und ging 1832 mit einem sächsischen Reisestipendium nach Italien, wo er sich in Rom niederließ. 1845 gehörte er zu den Gründern desDeutschenKünstlervereins in Rom und war dessen erster Vorsitzender. 1851 ging Werner nach Venedig und führte dort ein Meisteratelier für Aquarellmalerei, aus dem als bedeutendster Schüler Ludwig Passini hervorging. Fünf Jahre später kehrte er nach Deutschland zurück und ließ sich in Leipzig nieder. Reisen führten ihn wiederholt nach England, 1856/57 nach Spanien, 1862 und 1864 nach Palästina und Ägypten, 1875 nach Griechenland sowie 1877/78 und 1891 nach Italien.Werner spezialisierte sich von Beginn an auf die Architekturmalerei und schuf überwiegend Aquarelle, seltener Ölgemälde mit Ansichten der besuchten Städte und Landschaften, teilsmit historischer Staffage. Sein Stil ist von genauer Beobachtung und sachlichem Interesse am Detail geprägt und verzichtet weitgehend auf die beiZeitgenossen üblichen atmosphärischen Licht- und Farbstimmungen.