Venus, Mars und Vulkan (M+)

Bertel Thorvaldsen

Die Nacht, Modell 1815

Marmorrelief, Durchmesser 80,5 cm
Leihgabe aus Privatbesitz
Inv. Nr. L 1855

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Venus, Mars und Vulkan

Das um 1810 entstandene Relief hat eine Episode aus der Geschichte von Vulkan, seiner Frau Venus und deren Geliebtem Mars zum Thema: In der Schmiede des Vulkan fertigt dieser im Beisein seiner Frau Venus Waffen für Mars. Vulkan ist links am Amboss, sein verkrüppeltes Bein auf den Sockel aufgestützt, mit dem Schmieden eines Pfeils beschäftigt. Im Zentrum des Bildes sitzt Venus auf einem Schemel, ihren Mantel um die Beine gelegt, und wendet sich nach rechts zu Mars um. Unter ihrem Schemel schnäbeln zwei Turteltauben, Hinweis auf ihre Affäre mit dem Kriegsgott. Ganz rechts steht der nackte Mars, nur mit einem Schwertgurt über der Schulter und einem über den Arm gelegten Mantel bekleidet. Er empfängt von Amor einen Pfeil, den er sinnend betrachtet.
Thorvaldsen geht in zwei Punkten über die Darstellungstradition hinaus: Zum einen versieht Venus die Waffen mit einem Abwehrzauber, im Relief verbildlicht durch das Eintauchen der Pfeile in eine Schale mit Flüssigkeit. Zum anderen stellt er den Tausch der Waffen dar, der Liebespfeile des Amor mit den wundenschlagenden Waffen des Mars. Die ruhige, wenig dramatische Gestaltung der Szene steht in Kontrast zur eigentlichen Spannung des Geschehens, in dem die Macht der Liebe aus einem Kriegsgott einen Friedensbringer macht.

Bertel Thorvaldsen (1770 ‐ 1844)

Leben und Werk

Der Däne Bertel Thorvaldsen war neben Antonio Canova der bedeutendste Bildhauer des Klassizismus in Europa. Im Gegensatz zu dem etwas älteren Italiener, der 1822 starb, sind im Werk Thorvaldsens keinerlei Erinnerungen an die vorangegangene Epoche des Rokoko mehr spürbar: Kühl und spröde behandelt er den Marmor, seine Figuren sind anatomisch-konstruktiv aufgefasst, die Bildung der Köpfe und Gesichter erschließen sich bevorzugt im Profil. In der Verbindung des aus dem Studium der Antike gewonnenen Formenschatzes mit zeitgenössischen bildhauerischen Aufgaben liegt Thorvaldsens besondere Leistung. Thorvaldsens Skulpturen waren von Auftraggebern in ganz Europa begehrt, so dass der seit 1797 in Rom ansässige Bildhauer die Nachfrage nur durch einen großen Werkstattbetrieb befriedigen konnte. Zu seinen wichtigsten Aufträgen gehörten das Grabmal für Papst Pius VII. in Sankt Peter in Rom und das Denkmal für Lord Byron in Cambridge. 1838 kehrte Thorvaldsen nach Kopenhagen zurück, um die letzten Lebensjahre in seiner Heimatstadt zu verbringen. Dort wurde zu seinen Ehren ein Museum errichtet, das bereits 1848, vier Jahre nach dem Tod des Künstlers, eröffnet wurde.

Bertel Thorvaldsen

Der Tag, Modell 1815

Marmorrelief, Durchmesser 80,5 cm
Leihgabe aus Privatbesitz
Inv. Nr. L 1854

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Bertel Thorvaldsen

Adonis, 1808/32

Marmor (weiß mit hellgrauer Äderung), 181,8 x 77 x 45,5 cm
1832 durch König Ludwig I. vom Künstler erworben
Inv. Nr. WAF B 29

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