Die Abendglocke (M+)

Bernhard Stange

Die Abendglocke, um 1870

Öl auf Leinwand, 49,2 x 36,5 cm

Inv. Nr. 11606

Details   

Die Abendglocke

Stange hat vorwiegend Ansichten von Venedig gemalt, aber auch mehrere Fassungen der „Abendglocke“, von denen eine andere in die Sammlung Ludwigs I. in der Neuen Pinakothek gelangt ist. Der Blick aus dem Turmfenster auf den geröteten Abendhimmel ist stimmungsvoll und bedeutungsschwer. Die Glocke läutet den Abend ein, erinnert aber auch an die Endlichkeit alles Irdischen.

Bernhard Stange (1807 ‐ 1880)

Leben und Werk

Geboren am 24. Juli 1807 in Dresden, gestorben am 9. Oktober 1880 in Sindelsdorf in Oberbayern. – Nach dem frühen Tod des Vaters wuchs Stange in Leipzig auf, wo er ab 1827 ein Jurastudiumabsolvierte, sich aber nebenher als Autodidakt mit der Malerei beschäftigte. 1830 siedelte er nach München über, wo er durch Carl Rottmann beeinflusst wurde und mit Carl Spitzweg und Friedrich Voltz befreundet war. Stange war schon bald mit stimmungsvollen Alpenlandschaften erfolgreich. 1849 reiste er nach Oberitalien und Venedig. Ansichten der Lagunenstadt waren von da an seine bevorzugten Motive, die er mit unterschiedlicher Staffage und verschiedenen Lichtstimmungen vor allem bei nächtlicher Beleuchtung variierte.Mit vier Werken war Stange in der Neuen Pinakothek Ludwigs I. vertreten. Seine Gemälde waren bei Sammlern geschätzt, stießen wegen der teilweise als gesucht empfundenen Stimmungen und Effekte aber auch auf Kritik. 1858 zog er sich nach Sindelsdorf in Oberbayern zurück, wo er ein kleines Gut erworben hatte.Die künstlerische Produktion trat allmählich gegenüber seiner Tätigkeit als Landwirt zurück.Dennoch war Stange bis in die 1870er Jahre mit Gemälden auf Münchner Ausstellungen vertreten, die häufig ältere Motive variieren oder wiederholen.