Kauernde (M+)

Auguste Rodin

Kauernde, um 1880/82

Bronze, H. 85 x 59 x 46 cm
1912 als Schenkung im Rahmen der Tschudi-Spende erworben
Inv. Nr. B 58

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Kauernde

Ganz in sich zusammengesunken, hockt die nackte Frau auf einem unregelmäßigen Untergrund. Der rechte Arm umschlingt den linken Fuß, der linke Arm liegt auf dem linken Knie, und der Kopf ruht auf der rechten Schulter. Der ausdrucksstarke, muskulöse Körper bildet in dieser Haltung eine Form von großer Geschlossenheit. Posiert hat für diese Figur wohl Rodins langjähriges Modell Adèle.
Körpersprache und Gesichtsausdruck der Frau verweisen auf ein tiefes, emotionales Erlebnis, wobei undeutlich wird, ob dieses Schrecken oder Lust bereitet. Die vorausgegangenen Emotionen spiegeln sich noch im Spiel der Muskeln. Der Gesichtsausdruck der Frau dagegen ist bereits entspannt, die Augen hat sie sogar geschlossen. Die innere Unruhe wurde eingefangen im Motiv des Kauerns, des sich Ausruhens, das die formale Geschlossenheit versinnbildlicht. Die Skulptur ist auf Allansichtigkeit ausgerichtet, und so bieten sich mehrere Standpunkte an, um die Schönheiten der plastischen Form wahrzunehmen.
Hugo von Tschudi muss die Skulptur in Paris bei Rodin gesehen und sehr bewundert haben, woraufhin Rodin sie ihm einfach zuschickte. Enthusiastisch bedankte sich Tschudi bei dem von ihm verehrten "Maitre": "Guss und Patina sind aufs beste gelungen. Wie beglückt es mich, das die erste Bronze Ihrer Hand in den Münchner Sammlungen eine so hohe Idee Ihrer Kunst vermittelt!"

Auguste Rodin (1840 ‐ 1917)

Leben und Werk

Geboren am 12. November 1840 in Paris, gestorben am 17. November 1917 in Meudon. Nach dem Besuch der École Nationale des Arts Décoratifs bildete sich Rodin bei Antoine-Louis Barye und Albert-Ernest Carrier-Belleuse weiter, nachdem er dreimal an der École des Beaux-Arts abgelehnt worden war. Von 1872 bis 1874 ging er nach Brüssel, 1875 in Florenz und Rom begeisterte er sich vor allem für Michelangelo. Rodin hatte Kontakt zu Jean-Baptiste Carpeaux und durch Jules Dalou zum Kreis der Symbolisten. Von 1883 bis 1889 arbeitete er eng mit Camille Claudel zusammen. Rodin, dessen Schaffen bereits seit 1889 in großen Ausstellungen gewürdigt wurde, galt seit etwa 1900 als der führende moderne Bildhauer Frankreichs. Seine kraftvollen, oft von düsterem Pathos erfüllten Themen, bei denen auch das Fragment zum wesentlichen Ausdrucksmittel werden konnte, wurden stets als Gegenpol zur Klassizität Aristide Maillols angesehen.

Auguste Rodin

Helene von Nostiz, 1907

Marmor, 54,3 x 50,5 x 28 cm

Inv. Nr. L 2201

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Auguste Rodin

Der Mann mit der zerbrochenen Nase, 1863

Bronze, 32,5 x 18,5 x 17,3 cm
1986 als Leihgabe der Bayerischen Versicherungskammer - Landesbrandversicherungsanstalt, München, Versicherungkammer Bayern
Inv. Nr. L 2092

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Auguste Rodin

Das eherne Zeitalter, 1876

Bronze, 148 x 48 x 36 cm (o. Sockel)
1950 aus Privatbesitz erworben
Inv. Nr. B 269

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Auguste Rodin

Helene von Nostiz, 1901

Gips, 23,5 x 22 x 10 cm
2002 aus Privatbesitz erworben
Inv. Nr. B 903

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Auguste Rodin

Helene von Nostiz, 1907

Marmor, 54,3 x 50,5 x 28 cm
1998 vom Pinakotheks-Verein aus Privatbesitz erworben
Inv. Nr. FV 11

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