Helene von Nostiz (M+)

Auguste Rodin

Helene von Nostiz, 1907

Marmor, 54,3 x 50,5 x 28 cm
1998 vom Pinakotheks-Verein aus Privatbesitz erworben
Inv. Nr. FV 11

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Helene von Nostiz

Helene von Nostitz-Wallwitz (1878–1944), eine Nichte Hindenburgs, war durch ihre Herkunft und die Ehe mit dem Diplomaten Alfred von Nostitz für ein offizielles, repräsentatives Leben bestimmt. Ihre Salons in Dresden, Berlin, Wien und in anderen Städten waren berühmt auf Grund einer ausgeprägten musischen Begabung dieser »grande dame« des alten Europa. Zeugnis dafür sind auch die Bekanntschaft mit Rodin und das Bildnis, das der Künstler von ihr geschaffen hat. Mit dem Buch »Rodin in Gesprächen und Briefen« hat Helene von Nostitz dieser Beziehung ein Denkmal gesetzt. Während ihrer Begegnung schuf Rodin mehrere Zeichnungen und auch kleine Bildnisse in verschiedenen Materialien. Einen engeren Zusammenhang mit der Marmorbüste lassen kleine Studien in Gips erkennen, deren Besonderheit darin liegt, dass sie der Künstler im Nachhinein noch zusätzlich in flüssigen Gips getaucht hat (u. a. Inv. Nr. B 903). Hier finden sich die weichen, ineinander fließenden Formen und der verschwebende Charakter der Marmorfassung von 1907 vorgebildet, durch die die Dargestellte etwas von der flüchtigen Erscheinung eines Traumes bekommt. Diese Eigentümlichkeit, die für Werke Rodins jener Zeit charakteristisch ist, lässt deutlich seinen Anteil an Symbolismus und Art nouveau erkennen. Gleichwohl dürften in das Bildnis auch Anregungen eingegangen sein, die Rodin von Werken der Florentiner Quattrocentoplastik empfangen hat.

Auguste Rodin (1840 ‐ 1917)

Leben und Werk

Geboren am 12. November 1840 in Paris, gestorben am 17. November 1917 in Meudon. Nach dem Besuch der École Nationale des Arts Décoratifs bildete sich Rodin bei Antoine-Louis Barye und Albert-Ernest Carrier-Belleuse weiter, nachdem er dreimal an der École des Beaux-Arts abgelehnt worden war. Von 1872 bis 1874 ging er nach Brüssel, 1875 in Florenz und Rom begeisterte er sich vor allem für Michelangelo. Rodin hatte Kontakt zu Jean-Baptiste Carpeaux und durch Jules Dalou zum Kreis der Symbolisten. Von 1883 bis 1889 arbeitete er eng mit Camille Claudel zusammen. Rodin, dessen Schaffen bereits seit 1889 in großen Ausstellungen gewürdigt wurde, galt seit etwa 1900 als der führende moderne Bildhauer Frankreichs. Seine kraftvollen, oft von düsterem Pathos erfüllten Themen, bei denen auch das Fragment zum wesentlichen Ausdrucksmittel werden konnte, wurden stets als Gegenpol zur Klassizität Aristide Maillols angesehen.

Auguste Rodin

Der Mann mit der zerbrochenen Nase, 1863

Bronze, 32,5 x 18,5 x 17,3 cm
1986 als Leihgabe der Bayerischen Versicherungskammer - Landesbrandversicherungsanstalt, München, Versicherungkammer Bayern
Inv. Nr. L 2092

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Auguste Rodin

Das eherne Zeitalter, 1876

Bronze, 148 x 48 x 36 cm (o. Sockel)
1950 aus Privatbesitz erworben
Inv. Nr. B 269

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Auguste Rodin

Kauernde, um 1880/82

Bronze, H. 85 x 59 x 46 cm
1912 als Schenkung im Rahmen der Tschudi-Spende erworben
Inv. Nr. B 58

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