Kreuzbild, rot, rechts mit Hand (M+)

Arnulf Rainer

Kreuzbild, rot, rechts mit Hand, 1990

Holz, Papier, Aluminium, 201,5 x 124,5 cm

Inv. Nr. 15248

© Arnulf Rainer

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Kreuzbild, rot, rechts mit Hand

Der in 1929 in Baden bei Wien geborene Maler Arnulf Rainer ist national und international einer der bedeutendsten zeitgenössischen Künstler. Seine frühe Auseinandersetzung mit Kunstströmungen wie Surrealismus, Informel und Abstrakten Expressionismus führte in den fünfziger Jahren zu einer eigenen Bildsprache der »Übermalung«. Eigene wie zeitgenössische Bilder wurden in dieser Schaffensphase Schicht um Schicht mit Farbe überzogen. Die oberste Malschicht deckt die darunter liegende fast vollständig ab und stellt durch die Negation die Malerei als solche in Frage. Meist bleibt ein kleiner Teil der Leinwand von Farbe unbedeckt, sodass das ursprüngliche Werk wie ein historisches Fragment erhalten bleibt. Gerade durch das »Erhalten« im Akt der Übermalung wird eine Spannung zwischen Malerei und Nicht-Malerei, Dunkelheit und Helligkeit, Fülle und Leere erzeugt. Parallel zu dieser stilistischen Entwicklung führte Arnulf Rainer mit dem Kreuz eine mit vielfältigen Bedeutungen besetzte Form in seine Malerei ein. Der schöpferische Akt des Übermalens wird schrittweise, in geduldiger Suche nach dem im jeweiligen Bild noch Fehlenden vollzogen. Für Rainer
selbst ist das Kreuz Ausdruck von Urkräften: Eine Vertikale – eine Horizontale, das Aufrechte – das Liegende, das Leben – der Tod: zwei maximal gegeneinander gerichtete und doch verbundene Kräfte.

Arnulf Rainer (1929)

Arnulf Rainer

Weiße Übermalung II, 1958

Öl auf Hartfaserplatte, 86 x 86 cm

Inv. Nr. 15644

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