Pan im Schilf (M+)

Arnold Böcklin

Pan im Schilf, 1858

Öl auf Leinwand, 199,7 x 152,7 cm
1859 durch König Ludwig I. vom Künstler erworben
Inv. Nr. WAF 67

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Pan im Schilf

Arnold Böcklin hat hier - wie später mehrfach - zum ersten Mal ein eigenes Werk variiert. Vorausgegangen ist die Fassung in Winterthur. Die Motive, die Komposition, die Farben und das Licht sind nahezu gleich. Dementsprechend findet sich auch Wesentliches vom Sinn der Darstellung wieder. Und doch ist einiges anders, haben Nuancen den Gehalt verändert. Das Münchner Bild ist größer, aber Böcklin hat die Figur des Pan nicht nur den Proportionen angeglichen, sondern hat ihn überhaupt größer gegeben; er ist uns jetzt näher. In der Natur macht sich mehr Ruhe bemerkbar; das Schilf wird nur noch von einem schwachen Wind bewegt. Dem entspricht die dunstige Luft, sodass man Hitze, Feuchtigkeit, Schwüle zu empfinden meint, während auf der früheren Fassung die Luft klarer und frischer ist.
Der unterschiedliche Charakter der Natur wirkt sich auf die Figur des Pan, seinen Ausdruck, sein Verhältnis zu der verschwundenen Nymphe aus. Auf der früheren Fassung wirkt das Ereignis der Flucht und Verwandlung noch nach, auf der späteren liegt es lange zurück. Der kürzlich erfolgte schmerzhafte Verlust macht den Sinn des Bildes in Winterthur aus, die elegische Erinnerung an die längst verlorene Geliebte den des Bildes in München. Beiden Darstellungen gemeinsam ist allerdings, dass Pan von uns als Betrachter aufgespürt und belauscht wird. Dadurch werden wir zu dem Gott in ein vertrauliches Verhältnis gebracht und zwar umso mehr, als das Schilf wie alles Übrige höchst sinnlich gegeben ist. Solche unmittelbare Wirkung der Natur wird Böcklins Eigentümlichkeit in späteren Werken bleiben. Nicht zuletzt sie ist es, die dem Künstler breite Anerkennung verschafft hat.

Arnold Böcklin (1827 ‐ 1901)

Leben und Werk

Geboren am 19. Oktober 1827 in Basel, gestorben am 16. Januar 1901 in S. Domenico di Fiesole. - Nach dem Studium von 1845 bis 1847 an der Düsseldorfer Akademie bei Johann Wilhelm Schirmer ging Böcklin 1850 nach Rom, wo er Oswald Achenbach und Anselm Feuerbach kennen lernte. In München wurde wenig später König Ludwig I. auf den Maler aufmerksam sowie der Kunstsammler Adolf Friedrich Graf von Schack, der 14 Gemälde von ihm erwarb. Nach Aufenthalten in Weimar, Rom und Basel kehrte Böcklin 1871 nach München zurück. 1874 zog er nach Florenz, wo er dem Kreis um Adolf von Hildebrand und Hans von Marées angehörte. Von 1885 bis 1892 lebte der Maler in der Nähe von Zürich. Durch den guten Absatz seiner Arbeiten war Böcklin bald unabhängig geworden; zum Durchbruch führte 1880 ein Vertrag mit dem Berliner Kunsthändler Fritz Gurlitt, der sich die Produktion sicherte. Hatte sich Böcklin zunächst vor allem der Landschaft gewidmet, so tauchen noch vor 1860 die ersten für den Maler so charakteristischen Gestalten auf, die als mythologische Figuren zugleich erdgebundene Naturkräfte verkörpern.

Arnold Böcklin

Faun, die Syrinx blasend, um 1875

Öl auf Leinwand, 62,5 x 50,0 cm
1913 als Schenkung des Bayerischen Stiftungsfonds erworben
Inv. Nr. 8741

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Arnold Böcklin

Villa am Meer, um 1864

Öl auf Leinwand, 62,1 x 74,3 cm
1941 aus Privatbesitz erworben
Inv. Nr. 10811

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Arnold Böcklin

Römisches Maifest, wohl 1872

Öl auf Leinwand, 75,5 x 61,0 cm
1926 aus Privatbesitz erworben
Inv. Nr. 9335

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Arnold Böcklin

Im Spiel der Wellen, 1883

Öl auf Leinwand, 180,0 x 238,0 cm
1888 als Schenkung aus Privatbesitz erworben
Inv. Nr. 7754

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Arnold Böcklin

Der Gang nach Emmaus, 1870

Öl auf Leinwand, 94,0 x 139,5 cm
1870 durch Adolf Friedrich Graf von Schack erworben
Inv. Nr. 11517

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Arnold Böcklin

Villa am Meer I, 1864

Öl auf Leinwand, 124,5 x 174,5 cm
1864 durch Adolf Friedrich Graf von Schack erworben
Inv. Nr. 11528

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Arnold Böcklin

Drachen in einer Felsenschlucht, 1870

Öl auf Leinwand, 152,0 x 92,5 cm
1871 durch Adolf Friedrich Graf von Schack erworben
Inv. Nr. 11531

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Arnold Böcklin

Ein Mörder, von Furien verfolgt, 1870

Öl auf Leinwand, 80,0 x 141,0 cm
1871 durch Adolf Friedrich Graf von Schack erworben
Inv. Nr. 11537

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Arnold Böcklin

Der Ritt des Todes (Herbst und Tod), 1871

Öl auf Leinwand, 79,0 x 136,5 cm
1871 durch Adolf Friedrich Graf von Schack erworben
Inv. Nr. 11539

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Arnold Böcklin

Ideale Frühlingslandschaft, 1871

Öl auf Leinwand, 73,5 x 59,6 cm
1871 durch Adolf Friedrich Graf von Schack erworben
Inv. Nr. 11527

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Arnold Böcklin

Ein heiliger Hain, um 1871

Öl auf Leinwand, 80,5 x 103,1 cm
Vor 1874 durch Adolf Friedrich Graf von Schack erworben
Inv. Nr. 11530

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Arnold Böcklin

Triton und Nereïde, 1874

Öl auf Leinwand, 105,3 x 194,0 cm
1874 durch Adolf Friedrich Graf von Schack erworben
Inv. Nr. 11534

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Arnold Böcklin

Eine Hirtin, 1864

Öl auf Leinwand, 62,0 x 52,8 cm
Vor 1866 durch Adolf Friedrich Graf von Schack erworben
Inv. Nr. 11529

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Arnold Böcklin

Die Klage des Hirten (Amaryllis), 1866

Öl auf Leinwand, 137,9 x 100,4 cm
1866 durch Adolf Friedrich Graf von Schack erworben
Inv. Nr. 11535

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Arnold Böcklin

Italienische Villa im Frühling, um 1870

Öl auf Leinwand, 80 x 102 cm
Um 1870 durch Adolf Friedrich Graf von Schack vom Künstler erworben
Inv. Nr. 11532

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Arnold Böcklin

Villa am Meer II, 1865

Öl auf Leinwand, 123,4 x 173,2 cm
1865 durch Adolf Friedrich Graf von Schack erworben
Inv. Nr. 11536

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Arnold Böcklin

Pan erschreckt einen Hirten, um 1860

Öl auf Leinwand, 134,5 x 110,2 cm
Vor 1866 durch Adolf Friedrich Graf von Schack erworben
Inv. Nr. 11533

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Arnold Böcklin

Der Einsiedler, um 1863

Öl auf Leinwand, 106,0 x 57,8 cm
Vor 1866 durch Adolf Friedrich Graf von Schack erworben
Inv. Nr. 11525

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