Gebirgige Landschaft (M+)

Armand Guillaumin

Gebirgige Landschaft, um 1895

Öl auf Leinwand, 54,3 x 65,4 cm
1913 als Schenkung von Ludwig Prager im Rahmen der Tschudi-Spende erworben
Inv. Nr. 8700

Details   

Gebirgige Landschaft

Für Guillaumin waren die Landschaft und die mannigfaltigen Formationen der Natur die entscheidenden Themen seiner Bilder. Durch einen großen Lotteriegewinn 1892 von finanziellen Sorgen befreit, reiste er wiederholt durch Frankreich und fand dort seine Motive. Besondere Affinität entwickelte er zu den Landschaften des Massif Central, der Normandie, zur Mittelmeerküste und der Umgebung von Paris. Vor allem die Gegend um Crozant wurde zu seinem bevorzugten Bildthema, hier malte er ganze Serien gleicher Motive unter dem Eindruck verschiedener Jahreszeiten und Lichtverhältnisse.
Im Juli und August 1895 war Guillaumin mit seiner Familie nach Pontgibaud, dem Heimatort seiner Mutter westlich von Clermont-Ferrand, gereist. Dort entstand ieses Bild, das durch die herbstliche Farbigkeit und seinen intimen, harmonischen Charakter besticht. Dicht an die massige Hügelkette gedrängt, erkennt man hinter dem Laub der Bäume den kleinen Ort Peschadoire. Grün- und Rosatöne beherrschen die Komposition, lediglich die große Bergkuppe im Bildhintergrund ist in Blautönen gehalten und erzeugt somit den Eindruck räumlicher Tiefe. Viele kleinteilige Pinselstriche in reicher Farbenpracht schaffen eine äußerst lebendige Stimmung in dem an sich eher einfachen Motiv.

Armand Guillaumin (1841 ‐ 1927)

Leben und Werk

Geboren am 16. Februar 1841 in Paris, gestorben am 26. Juni 1927 ebenda. Neben seiner kaufmännischen Lehre seit 1858 nahm Guillaumin zugleich Zeichenunterricht bei dem Bildhauer Louis-Denis Caillouette. Durch Camille Pissarro mit den Zielen des Impressionismus vertraut, war er 1874 an der ersten Impressionistenausstellung am Boulevard des Capucines in Paris beteiligt. Seine zeitweise rege Ausstellungstätigkeit führte ihn zur Teilnahme an Veranstaltungen der Münchner und der Berliner Secession. 1891 gab Guillaumin seine städtischen Ämter auf und widmete sich fortan ganz der Malerei. Motive für seine Landschaften fand er jetzt nicht mehr ausschließlich in der Umgebung von Paris, sondern auch an der Atlantik- und Mittelmeerküste, in der Normandie und in Holland.