Der Radrennfahrer (M+)

Aristide Maillol

Der Radrennfahrer, 1907/08

Bronze, 98 x 30 x 21 cm
1912 als Schenkung von Eduard Arnhold und Robert von Mendelssohn im Rahmen der Tschudi-Spende erworben
Inv. Nr. B 53

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Der Radrennfahrer

Die Bronzeplastik des »Radrennfahrers« hatte Maillol für seinen Freund und ersten Mäzen Harry Graf Kessler geschaffen (Kesslers Fassung heute im Kunstmuseum Basel). Modell für die Figur stand der Jockey und Radrennfahrer Gaston Colin. Die Baseler Bronze hält sowohl Modell als auch Auftraggeber in einer Inschrift fest und wurde auf Kesslers ausdrücklichen Wunsch im Wachsausschmelzverfahren gegossen. Die Münchner Skulptur dagegen entstand im weniger aufwändigen Sandgussverfahren und ist nicht ganz so fein gearbeitet.
Die Entstehung des Werkes ist durch Kesslers Tagebücher und Photographien usführlich dokumentiert. Schmal und zart ist der junge Mann gebaut, dessen Muskeln sich beinahe nur erahnen lassen. Im klassischen Kontrapost stehend, erinnert die Figur an die Urteile der Zeitgenossen Maillols, die in ihm einen »echten Nachkommen der Griechen« sahen (Albert Dreyfus). Während Maillol für gewöhnlich seine Modelle nur zwei Mal für sich posieren ließ, hielt sich Gaston Colin für einen längeren Zeitraum im Atelier auf. Maillol orientierte sich bei dieser Arbeit mehr als sonst für ihn typisch unmittelbar am Modell, was Kesslers Wünschen sehr entgegenkam.

Aristide Maillol (1861 ‐ 1944)

Leben und Werk

Geboren am 25. Dezember 1861 in Banyuls-sur-Mer, gestorben am 27. September 1944 ebenda. Nach dem Studium der Malerei bei Alexandre Cabanel und Jean Léon Gérôme an der École des Beaux-Arts in Paris von 1882 bis 1886 wandte sich Maillol 1892 den Symbolisten und Paul Gauguin zu; gleichzeitig schloss er sich der Künstlergemeinschaft »Nabis« (Propheten) an. Seit 1895 schuf er Kleinplastiken in Holz und Ton. 1900 wechselte er endgültig zur Bildhauerei. Reisen führten ihn 1908 nach Griechenland, 1928 und 1930 nach Deutschland, 1936 nach Italien. Der bedeutendste Bildhauer der Nabis gilt als wichtigster Vertreter der neueren französischen Skulptur neben dem stärker dem Naturalismus verpflichteten Auguste Rodin.

Aristide Maillol

Der Maler Auguste Renoir, 1908

Terrakotta, 38,5 x 23,5 x 28,5 cm
1912 als Schenkung von Ambroise Vollard im Rahmen der Tschudi-Spende erworben
Inv. Nr. B 59

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Aristide Maillol

Venus au Collier, 1918/28

Bronze, H. 173 cm
1999 als Leihgabe aus Privatbesitz
Inv. Nr. L 2365

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