Der Maler Auguste Renoir (M+)

Aristide Maillol

Der Maler Auguste Renoir, 1908

Terrakotta, 38,5 x 23,5 x 28,5 cm
1912 als Schenkung von Ambroise Vollard im Rahmen der Tschudi-Spende erworben
Inv. Nr. B 59

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Der Maler Auguste Renoir

Der Maler Auguste Renoir hatte an Maillols Arbeit als Bildhauer stets großes Interesse gezeigt. Beide Künstler beschäftigten sich in ihrem Werk intensiv mit der Darstellung der Frau. 1907 nahm Maillol Renoirs Einladung an, ihn zu porträtieren. Maillol hat den um etliche Jahre älteren Künstlerkollegen mit dem für ihn fast zum Markenzeichen gewordenen kleinen, weichen Hut mit schmaler Krempe porträtiert. Diesen weißen Leinenhut pflegte Renoir vor allem beim Malen im Garten seiner Villa bei Cagnes aufzusetzen. Das Gesicht des Malers wirkt zart und schmal, mit deutlichen Spuren des Alters. Renoir war zu diesem Zeitpunkt 67 Jahre alt und litt seit langem stark an Gicht. Wie ausgezehrt wirken die eingefallenen Wangen und auch die schmalen Lippen. Die hier angedeutete körperliche Schwäche stand nach Aussagen von Zeitzeugen in Kontrast zu seiner malerischen Aktivität, die auch die lebhaft und wachsam wirkenden Augen des Malers in der Büste von Maillol spüren lassen. Markant und überaus wirklichkeitsgetreu sind die große Nase und der Bart erfasst.
Nach der Terrakotta-Version wurden bei Vollard und anderen mehrere Büsten in Bronze gegossen. Maillols Modell und Vertraute Dina Vierny vermerkt in ihrer Biographie, dass Renoir von der Porträtsitzung so inspiriert gewesen sei, dass er selbst plastisch zu arbeiten begonnen habe.

Aristide Maillol (1861 ‐ 1944)

Leben und Werk

Geboren am 25. Dezember 1861 in Banyuls-sur-Mer, gestorben am 27. September 1944 ebenda. Nach dem Studium der Malerei bei Alexandre Cabanel und Jean Léon Gérôme an der École des Beaux-Arts in Paris von 1882 bis 1886 wandte sich Maillol 1892 den Symbolisten und Paul Gauguin zu; gleichzeitig schloss er sich der Künstlergemeinschaft »Nabis« (Propheten) an. Seit 1895 schuf er Kleinplastiken in Holz und Ton. 1900 wechselte er endgültig zur Bildhauerei. Reisen führten ihn 1908 nach Griechenland, 1928 und 1930 nach Deutschland, 1936 nach Italien. Der bedeutendste Bildhauer der Nabis gilt als wichtigster Vertreter der neueren französischen Skulptur neben dem stärker dem Naturalismus verpflichteten Auguste Rodin.

Aristide Maillol

Der Radrennfahrer, 1907/08

Bronze, 98 x 30 x 21 cm
1912 als Schenkung von Eduard Arnhold und Robert von Mendelssohn im Rahmen der Tschudi-Spende erworben
Inv. Nr. B 53

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Aristide Maillol

Venus au Collier, 1918/28

Bronze, H. 173 cm
1999 als Leihgabe aus Privatbesitz
Inv. Nr. L 2365

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