Converse Extra Special Value (M+)

Andy Warhol

Converse Extra Special Value, 1985 oder 1986

Kunstharz auf Leinwand, 295 x 457 x 5,5 cm

Inv. Nr. GV 124

© 2016 The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts, Inc. / Artists Rights Society (ARS), New York

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Converse Extra Special Value

In „CONVERSE EXTRA SPECIAL VALUE“ präsentiert Andy Warhol handelsübliche Turnschuhe der Firma „Converse“, die im Werk wie Ikonen der westlichen Konsumgesellschaft verehrt und begehrt werden. Die Turnschuhe werden symmetrisch in der Art eines Altarbildes, mit dem Preis (die heilige Zahl 12) sowie dem Hinweis »Extra Special Value« komponiert.
Das Bild wirkt kultisch aufgeladen. Widersprüche prägen seine Wirkung: In Anlehnung an René Magrittes stupende Aussage über seine sachgetreu gemalte Pfeife („Ceci n´est pas une pipe“) möchte man hier festhalten „Dies sind keine Turnschuhe“, denn mit der Zelebration des banalen Gebrauchsgegenstands in monumentaler Größe wird offensichtlich, dass hier nicht nur das global verbreitete Bedürfnis nach einem allzeit gut abgefederten Weg in der westlichen Zivilisation zum Ausdruck kommt, sondern auch dass deren Versprechungen nicht restlos erfüllt und Bedürfnisse nicht umfassend abgedeckt werden. Im Turnschuh hat Warhol offenbar einen Gegenstand gesehen, der auf überraschende Weise die Themen Religiosität und westliche Zivilisation miteinander verbindet. Turnschuhe bedruckte er mit Jesusdarstellungen, in Turnschuhen erschien er zur Eröffnung seiner Abendmahlbilder in Mailand und als sei dies noch nicht deutlich genug, charakterisierte er seine täglichen Kirchenbesuche mit dem Verb „to sneak in“, was nicht nur „hineinschleichen“ heißt, sondern auch an die Segeltuchschuhe erinnert, die man in Kirchen eher an den Füßen von Sehenswürdigkeiten suchenden Touristen als an jenen von Gläubigen sieht. Für die zum Kunstobjekt erhobenen Sneakers hat Warhol ein Markenprodukt ausgewählt, das mit dem Slogan „Converse All Star“ wirbt. „Converse“ heißt „umgekehrt“, es steht für „(belanglose) Unterhaltung“, aber auch für „(vertrauten) Umgang“ und bezeichnet außerdem „Umkehr“, die sich auf Jeden („All Star“) beziehen soll. Die Handelsware ist damit prädestiniert, das Spektrum von den Gelübden der Freizeitgesellschaft bis hin zur Religion des Christentums in sich zu vereinigen. Warhol, lange und einseitig als einer der Hauptapologeten glamourösen Nightlifes und heiter-farbiger Oberflächen gefeiert, thematisiert in „CONVERSE EXTRA SPECIAL VALUE“ zwei scheinbar gegensätzliche Lebenshaltungen: Religiosität versus Konsum.

Andy Warhol (1928 ‐ 1987)

Andy Warhol

Self-Portrait, 1966

Siebdruck auf Leinwand, 57,2 x 57,2 cm

Inv. Nr. L 2492

© 2016 The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts, Inc. / Artists Rights Society (ARS), New York

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Andy Warhol

Aids/Jeep/Bicycle, 1985 oder 1986

Kunstharz auf Leinwand, 295 x 457,8 x 5,5 cm

Inv. Nr. 15555

© 2016 The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts, Inc. / Artists Rights Society (ARS), New York

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Andy Warhol

Marilyn, 1962

Acryl und Siebdruckfarbe auf Leinwand, Durchmesser 45,2 cm

Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Museum Brandhorst München / Udo und Anette Brandhorst Stiftung © 2017 The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts / ARS, New York

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