Chopin (M+)

Albert von Keller

Chopin, 1873

Öl auf Eichenholz, 85,1 x 68,3 cm
1905 als Schenkung erworben
Inv. Nr. 8366

Details   

Chopin

Das Gesellschaftsbild schildert das häusliche Musizieren als Konvention des gehobenen Bürgertums. Reich gekleidet sitzen die beiden Damen in einem eleganten, nach der Zeitmode mit einem fernöstlichen Lackschirm ausgestatteten Salon. In der Thematik entsprach Albert von Keller dem Publikumsbedürfnis der Gründerzeit, das in der Kunst nicht mehr die Stoffe aus Geschichte und Mythologie, sondern den sentimentalen Inhalt bevorzugte. Das in Feinmalerei ausgeführte, an dem holländischen Meister des 17. Jahrhunderts, Gerard Terborch, wie an Kellers Zeitgenossen Arthur G. von Ramberg orientierte Bild begründete den Ruhm des Künstlers, der als Musikfreund und -kenner der inspirierenden Wirkung der Musik wesentliche Anregungen verdankte.

Albert von Keller (1844 ‐ 1920)

Leben und Werk

Geboren am 27. April 1844 in Gais (Schweiz), gestorben am 16. Juli 1920 in München. Nach der Übersiedlung der Familie 1854 nach München studierte er zunächst Jura, ab 1865 widmete er sich auf den Rat Ludwig von Hagns und Arthur Georg von Rambergs jedoch ganz der Malerei und war nur vorübergehend an der Münchner Akademie eingeschrieben. Er setzte sich mit Hans Makart und Franz von Lenbach auseinander; 1892 trat er der Münchner Secession bei. Schon früh erfolgreich mit seinen Salonstücken, war die Dame in eleganter Kleidung ein Hauptmotiv des Gesellschaftsmalers. Gegen 1900 beschäftigten ihn jedoch auch düstere Themen wie Hexenverbrennungen, Visionsbilder und Kreuzigungsstudien.