Pelz des Künstlers (M+)

Adolph von Menzel

Pelz des Künstlers, um 1840/50

Öl auf Papier, auf Pappe geklebt, 38,6 x 44,5 cm
1937 von der Nichte des Künstlers erworben
Inv. Nr. 8507

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Pelz des Künstlers

Die Ölstudie ließe sich zu den vielen Gelegenheitsarbeiten Menzels hinzuzählen, die von der unermüdlichen Beobachtungsgabe des Künstlers auch und gerade gegenüber den alltäglichen Dingen berichten. Claude Keisch hat jedoch das achtlos hingeworfene Kleidungsstück als pelzgefütterten Uniformmantel identifiziert und mithin die Bedeutung sowie die zeitliche Position des Bildes im OEuvre Adolph von Menzels neu bestimmt. Danach handelt es sich nicht um den Pelz des Künstlers, sondern wohl um eine Studie, die in Zusammenhang mit dem Gemälde »Ansprache bei Leuten« steht. Dort rutscht dem Kürassiergeneral Lentulus ein vergleichbarer Mantel von der Schulter; ein Detail, dessen dramaturgische Bedeutung für das Werk dennoch unübersehbar ist. »Das Motiv«, so Keisch, »wurde durch mehrere Zeichnungen vorbereitet, und eine malerische Übung würde dazu wohl passen.« Eine Datierung um 1859/60 scheint daher gegenüber der bisherigen Annahme einer Entstehungszeit um 1840/50 durchaus plausibel.

Adolph von Menzel (1815 ‐ 1905)

Leben und Werk

Geboren am 8. Dezember 1815 in Breslau, gestorben am 9. Februar 1905 in Berlin. Seit 1830 lebte Menzel in Berlin, wo er die Lithographenwerkstatt seines Vaters weiterführte. Abgesehen von einem kurzen Studium an der Berliner Akademie im Jahr 1833 blieb Menzel Autodidakt. 1834 begann er mit Illustrationen für verschiedene Druckwerke zu Themen aus der Geschichte Friedrichs des Großen, die gut 20 Jahre lang den Mittelpunkt seiner Tätigkeit bilden sollten. In den 1840er Jahren entstanden vorimpressionistische Landschaften, Interieurs und Bildnisse. Seit 1853 Mitglied der Berliner Akademie, wurde er 1856 zum Professor ernannt. Reisen führten ihn wiederholt nach Paris, Wien und Verona. Die Gesellschafts- und Hofbilder seit den 1860er Jahren lassen Menzel zum Chronisten des friderizianischen Zeitalters werden. Bleibt sein graphisches Werk an Qualität und Umfang ohne Vergleich im deutschen 19. Jahrhundert, so zeichnet sich seine Malerei durch eine mit rein malerischen Mitteln erzeugte Schilderung der Atmosphäre und der sichtbaren Wirklichkeit aus.

Adolph von Menzel

Prozession in Hofgastein, 1880

Öl auf Leinwand, 51,3 x 70,2 cm
Leihgabe der Bundesrepublik Deutschland
Inv. Nr. L 817

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Adolph von Menzel

Blick vom Balkon des Berliner Schlosses, 1863

Öl auf Leinwand, 52,6 x 37,0 cm
1937 von der Nichte des Künstlers erworben
Inv. Nr. 8502

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Adolph von Menzel

Ballpause, 1870

Öl auf Leinwand, 31,5 x 39,6 cm
1924 aus dem Kunsthandel erworben
Inv. Nr. 9238

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Adolph von Menzel

Im Eisenbahncoupé, um 1848

Öl auf Leinwand, 43,1 x 52,2 cm
1932 aus dem Kunsthandel erworben
Inv. Nr. 9880

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Adolph von Menzel

Wohnzimmer mit Menzels Schwester, 1847

Öl auf Papier, aufgezogen auf Pappe, 46,1 x 31,6 cm
1937 aus Privatbesitz erworben
Inv. Nr. 8499

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