Der Netzträger (M+)

Adolf von Hildebrand

Der Netzträger, 1886

Marmor, H. 145,5 cm
1960 von der Nachlassverwaltung des Künstlers erworben
Inv. Nr. B 367

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Der Netzträger

Der sein Netz schleppende nackte Fischer, der aus der von Hildebrand selbst zerstörten "Bacchusgruppe" von 1878/83 in San Francesco hervorging, ist ohne die Hauptfigur im Fresko "Die Netzträger" in der Zoologischen Station von Neapel von Hans von Marées nicht zu denken. Obgleich das Fresko dreizehn Jahre vorher ausgeführt wurde und die Freundschaft mit Marées bereits der Vergangenheit angehörte, bezeugt gerade diese Statue, die in ihrem skizzenhaften "Nonfinito" zu Hildebrands glücklichsten, weil undogmatischsten Schöpfungen gehört, die fortdauernde Verbindung mit Marées' Vorbild und Lehre.

Adolf von Hildebrand (1847 ‐ 1921)

Leben und Werk

Geboren am 6. Oktober 1847 in Marburg, gestorben am 18. Januar 1921 in München. Von 1862 bis 1866 besuchte Hildebrand die Nürnberger Kunstschule. 1866/67 arbeitete er in München im Atelier Kaspar Clemens von Zumbuschs, den er 1867 auf einer Italienreise begleitete, wo er sich mit Hans von Marées und Konrad Fiedler anfreundete. Von 1868 bis 1872 war Hildebrand in Berlin tätig, bevor er 1873 mit Marées zusammen die Ausschmückung der Bibliothek der Zoologischen Station in Neapel übernahm. 1874 erwarb er das ehemalige Kloster S. Francesco di Paola bei Florenz, das er für Marées und sich zu einem Atelierhaus umbaute. Bereits 1875 zerbrach die Freundschaft. Hildebrand stellte in Wien, Berlin und 1891 in München aus, wo er mit dem Wittelsbacher-Brunnen seinen ersten großen Auftrag erhielt. Die Kunst des auch durch seine theoretische Schrift »Das Problem der Form in der bildenden Kunst« von 1893 einflussreichen Bildhauers, der eine große Zahl von Aufträgen ausführte, vereinfachte die aus der Wirklichkeit gewonnenen Strukturen - anfangs mehr im Sinne einer Idealisierung, später eher einer Formalisierung.

Adolf von Hildebrand

Der Kunsthistoriker und Mäzen Conrad Fiedler, 1874/75

Marmor, H. 44 cm
1952 aus Privatbesitz erworben
Inv. Nr. B 295

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