10 Steel Row (M+)

10 Steel Row, 1968

Stahlplatten, Papier, Pappe, je 100 x 100 x 1 cm

Inv. Nr. GV 21

Details   

10 Steel Row

Diese zehnteilige Arbeit von Carl Andre, einem der bedeutendsten Künstler der Minimal Art, gehört zu seinen „Element series“, die er ab 1960 entwickelte und die einen bestimmenden Teil seines Werks ausmachen. Sie setzen sich aus einfachen, gleichartigen Einzelteilen in serieller Anordnung zusammen. Oft handelt es sich – wie auch in diesem Fall – um quadratische Bodenstücke aus Metall, für die bisweilen unterschiedliche Kombinationen möglich sind. Die Einzelteile der „Stahlreihe“ sind in sich beliebig austauschbar, kein Stück ist bevorzugt oder benachteiligt, es gibt keine Achse, an der die Teile aufgereiht werden müssten. Diese „nichtachsiale Symmetrie“, wie Andre sie nennt, entspricht einer Demokratisierung der Komposition und ihrer Einzelteile untereinander. Der Betrachter nimmt das Objekt als „Weg“ wahr, der sich nicht von einem Punkt aus erschließt. „Viele meiner Werke, sicherlich einige der erfolgreichsten, waren solche, die man als Fußwege bezeichnen könnte; sie bewirkten, dass man entlang, rundherum oder über das Werk zu gehen hatte. Sie waren gleich Straßen, sicher nicht fixierte Ausblicke. Ich denke, eine Skulptur sollte einen unendlichen
Blickpunkt haben.“ Erst durch die aktive Beteiligung des Betrachters erschließt sich der Sinn des Objekts: sein besonderer Materialcharakter, der im Gegensatz zum Fußboden steht, sein Verhältnis zum Raum und das der Einzelplatten untereinander.