Doerner Institut

Aufgaben

Im Zentrum der heutigen Tätigkeit des Doerner Institutes steht die Betreuung sämtlicher Bestände der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, die vom 14. Jahrhundert bis hin zur zeitgenössischen Kunst reichen. Weitere Schwerpunkte liegen auf dem Gebiet der kunsttechnologischen Erforschung historischer Maltechniken und -materialien sowie in der Entwicklung von physikalisch-chemischen Methoden zur Untersuchung von Kunstobjekten. Im Rahmen der Präventiven Konservierung nimmt die Beschäftigung mit Museumsbauten bedeutenden Raum ein. Insbesondere durch die enge Verbindung von praktischer Restaurierung, täglicher konservatorischer Museumsarbeit und international anerkannter naturwissenschaftlicher Forschung trägt das Institut wesentlich zur Erhaltung von Kulturgut bei.

Informationen über aktuelle und vergangene Projekte erhalten Sie auf der Website des Doerner Institutes

Mikroskopaufnahme von Leopold Bodes „Pippin und Bertha“ (1876):
Schwarze Unterzeichnung, Malschicht und Spuren der Alterung, Sammlung Schack, Foto: Carola Sauter

Europäischer Tag der Restaurierung am 13.10.2019

Unser Programm rund um das das diesjährige Motto: „Gesichert: die Spuren der Zeit“:

ALTE PINAKOTHEK

SO 13. Oktober | 14.00 + 15.00 | Jan Schmidt und Heike Stege Spurensuche: Neue kunsttechnologische Forschungen zu
Anthonis van Dyck

SAMMLUNG MODERNE KUNST IN DER PINAKOTHEK DER MODERNE

SO 13. Oktober | 11.00 + 12.00 | Florian Schwemer
Auf der Spur des Originals: Vom Umgang mit Verderblichem in der Modernen Kunst. Beispiele in der Sammlung Moderne
Kunst in der Pinakothek der Moderne von Joseph Beuys bis Richard Tuttle

SO 13. Oktober | 13.00 + 14.00 | Maike Grün
Spuren und ihre Geschichten: Vom bewegten Leben der Steine bei Joseph Beuys’ Installation „Das Ende des 20. Jahrhunderts“

MUSEUM BRANDHORST

SO 13. Oktober | 12.00 + 13.00 | Heide Skowranek
Spuren unerwünscht: Perfektion in den Werken von Damien Hirst als Herausforderung für Konservierung und museale
Präsentation

SO 13. Oktober | 14.00 + 15.00 | Michaela Tischer
Spuren aus dem New Yorker Untergrund: Zur Entstehung und Konservierung der „Subway Drawings“ von Keith Haring

SO 13. Oktober | 15.00 + 16.00 | Ursula Ganß
Spuren erkennen und analysieren – Wie wird man Restaurator am Museum?

SAMMLUNG SCHACK

SO 13. Oktober | 13.00 + 14.00 | Annika Maier
Auf den Spuren des Restaurators: Ausbildung und Tätigkeit im Museum

SO 13. Oktober | 15.00 + 16.00 | Carola Sauter
Spurenvergleich: Die Untersuchung des Triptychons „Pippin und Bertha“ von Leopold Bode. Ein Abgleich der Tagebucheinträge des Künstlers mit dem Werk

STAATSGALERIE SCHLEISSHEIM

SO 13. Oktober | 13.00 + 14.00 | Eva Ortner
Spuren der Zeit – aber welcher? Die Restaurierung der „Dornenkrönung Christi“ von Bartolomeo Manfredi

Unsere Expertinnen und Experten aus dem Doerner Institut geben an diesem Tag in jeweils 30-minütigen Vorträgen an verschiedenen Orten der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen Einblicke in ihre Arbeit.

© Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Foto: Sibylle Forster

NEUE DIREKTORIN: EVA ORTNER

Zum 01. August tritt Eva Ortner die Stelle als neue Direktorin des Doerner Institutes an.

Eva Ortner, 1966 in München geboren, absolvierte eine Lehre als Rahmenvergolderin und studierte dann Kunstgeschichte, Kunstpädagogik, Wirtschafts- und Organisationspsychologie an der LMU München mit Magisterabschluss. In ihrem zweiten Studium, in dem 1996 an der TU München neu eingerichteten Studiengang Restaurierung, Kunsttechnologie und Konservierungswissenschaft, erwarb sie ihr Diplom als Restauratorin. Ihr Fachgebiet ist die Gemälderestaurierung mit Spezialisierungen auf methodische und restaurierungsethische Fragestellungen sowie auf Konservierungs- und Restaurierungstechniken. Nach dreijähriger Lehrtätigkeit als wissenschaftliche Assistentin am Lehrstuhl für Restaurierung der TU München wechselte sie 2005 als Restauratorin für die Neue Pinakothek an das Doerner Institut. Dort wurde sie 2009 leitende Restauratorin für die Staatsgalerien und hatte seit 2010 zusätzlich die Leitung der Restaurierungsabteilung sowie die Stellvertretung der Direktion inne.

Wegen des Wechsels von Dr. Andrea Funck als Professorin an die Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart war die Direktion neu zu besetzen. Eva Ortner qualifizierte sich aufgrund ihrer umfassenden Ausbildung und langjährigen, vielseitigen Berufserfahrung.

Leitbild des Doerner Instituts

Das Doerner Institut hat nun ein Leitbild, das in vielen gemeinsamen Gesprächen aller Kolleginnen und Kollegen und professionell unterstützt von Metrum Managementberatung erarbeitet wurde. Erfahren Sie hier, wie wir unseren Auftrag und unsere Ziele verstehen und was uns wichtig ist.

Tagungsband der Tempera 2018-Konferenz jetzt publiziert!

München und das "Kunstareal" war vom 15. bis 17. März 2018 Ort des Austauschs und Experiments über "Temperamalerei zwischen 1800 und 1950". Das Doerner Institut richtete diese internationale Konferenz mit über 270 Teilnehmern aus 22 Ländern aus, die in enger Zusammenarbeit mit der Akademie der Bildenden Künste, München, der Technischen Universität München, Lehrstuhl für Restaurierung, Kunsttechnologie und Konservierungswissenschaft, sowie den Museumspartnern Villa Stuck und Lenbachhaus stattfand. Zwei Vortragstage umfassten eine breite Palette von Fragen wie: Was wollten die Künstler erreichen? Welche Materialien nutzten sie und wie haben sie diese vorbereitet und angewendet? Wie können wir ihre Techniken untersuchen und verstehen? Neben theoretischen Auseinandersetzungen bot die Konferenz einen Tag mit Workshops und geführten Galerietouren. Hier konnten die Teilnehmer zum einen praktische Erfahrungen mit der Herstellung von Farben und ihrer Anwendung sammeln, zum anderen bot sich eine hervorragende Gelegenheit, wichtige in München erhaltene Werke der Temperamalerei zu studieren. Jetzt ist der reich bebilderte englischsprachige Postprint-Band bei Archetype Publications in gedruckter Form oder als kostenloser open-access PDF-Download erhältlich. In den Aufsätzen wird die Wiederbelebung der Temperamalerei in den Anfängen der Moderne aus den Perspektiven der Kunstgeschichte, der technischen Kunstgeschichte, der Konservierung und der naturwissenschaftlichen Analyse untersucht. Allgemeinere Beiträge geben einen Überblick über Themen wie den historischen Hintergrund der Temperamalerei, ihre Terminologie, die kommerzielle Produktion und die Rekonstruktion historischer Rezepte, Grundlagen der Rheologie sowie Bindemittelanalysen und deren Interpretation. Darüber hinaus widmen sich speziellere Beiträge den Arbeiten von Christina Herringham, Frances Hodgkins, Paul Klee, Hermann Prell, John Roddam und Ossawa Tanner. Das Buch gibt somit neue Einblicke in das, was Künstler erreichen wollten, welche Materialien sie verwendeten und wie sie diese vorbereiteten und anwendeten.

Gefördert durch die VolkswagenStiftung und EU IPERION CH.

Kunsttechnologische Forschungen zum Werk Emil Noldes

Emil Nolde, Gesellschaft, 1911, auf Leinwand, 91,5 x 106 cm © Nolde Stiftung Seebüll
 

Ich will so gerne dass mein Werk aus dem Material hervorwachse…
Kunsttechnologische Forschungen zum Werk Emil Noldes“

Zwischen 2018 und 2021 widmet sich ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördertes Verbundprojekt der Maltechnik und den Künstlermaterialien des Expressionisten Emil Nolde. Partner des multidisziplinären Forschungsvorhabens sind das Doerner Institut der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, München (Koordination), die Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde und die Hamburger Kunsthalle in Kooperation mit der Universität Hamburg und der Hochschule der Bildenden Künste Dresden.

Emil Nolde (eigentlich Hans Emil Hansen, 1867–1956) zählt unbestritten zu den bekanntesten und wichtigsten Vertretern des deutschen Expressionis­mus. Die Nolde-Stiftung beherbergt als Nachlassverwalterin am ehemaligen Wohn- und Arbeitsort des Künstlers eine umfangreiche Sammlung von Werken Noldes, zugleich ein etwa 25.000 Dokumente und Realia umfassendes Archiv. Durch eine maltechnische Auswertung des Künstlerarchivs und des Ateliernachlasses sowie umfangreiche technologische, bildgebende und analytische Untersuchungen an rund 50 Gemälden aus den Sammlungen in Seebüll, Hamburg und München werden erstmals Arbeitsweise und Künstlermaterialien Emil Noldes erforscht. Obwohl die Beschäftigung mit der Maltechnik bei zahlreichen Künstlern der Klassischen Moderne erfolgreich zur Klärung vielfältiger kunst­wissenschaftlicher und kultur­historischer Fragestellungen geführt hat, ist die systematische, kunsttechnologische Erfassung von Werkkomplexen immer noch selten. Das Projekt wird somit die kunsthistorische Forschung um die „unsichtbare“ kunsttechnologische Perspektive zu Werkprozessen, der Farbwahl oder zeitlicher Entwicklungen im Laufe von Noldes langem Künstlerleben erweitern. Neben einem Fachsymposium ist als Projektabschluss eine Präsentation wichtiger Forschungsergebnisse in einer modularen Ausstellungsform geplant.

 

Geschichte

Das Doerner Institut wurde 1937 als eigenständiges Reichsinstitut für Maltechnik in München gegründet. Namensgeber war der Maler und Maltechniker Max Doerner (1870 – 1939), Professor an der Kunstakademie München, der sich mit seinem 1921 erstmals erschienenen Werk „Malmaterial und seine Verwendung im Bilde“ eine hohe internationale Reputation erworben hatte. 1946 wurde das Institut mit seinem Labor und seiner maltechnischen Abteilung, die auch Restaurierungen ausführte, den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen angegliedert. Die Restaurierungsabteilung des Doerner Institutes und die der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen wurden 1977 endgültig zusammengelegt. 

Publikationen

Das Doerner Institut hat in den vergangenen Jahrzehnten zahlreiche Publikationen verfasst, die zur Standardliteratur der Restaurierung, Kunsttechnologie und Konservierungswissenschaft gehören.

Eine vollständige Auflistung aller Publikationen und viele andere Informationen zur Geschichte und zu Projekten des Institutes finden Sie auf der Website des Doerner Institutes.

Kontakt

Das Doerner Institut ist Teil der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen.

Seine Adresse lautet:

Doerner Institut
Barer Straße 29
D 80799 München

Sekretariat: Frau Ruth Krauß
T +49.89. 23 80 5-155
F +49.89. 23 80 5-156
info@doernerinstitut.de