Doerner Institut

3. Europäischer Tag der Restaurierung am 11.10.2020

Großformatige Gemälde warten auf den Auszug (Joshua Reynolds, Captain Philemon Pownall, 1723)

3. Europäischer Tag der Restaurierung am 11.10.2020

Am 11.Oktober 2020 findet der 3. Europäische Tag der Restaurierung statt. Deutschland- und europaweit geben RestauratorInnen an diesem Sonntag exklusive Einblicke in ihre Arbeitsplätze, die sich in Museen, privaten Ateliers, den Hochschulen, Denkmalämtern, Archiven und Schlösserverwaltungen befinden. 

Auch die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen machen auf das komplexe und vielfältige Tätigkeitsfeld der Restaurierung als einer angewandten Wissenschaft aufmerksam. In diesem Jahr auf digitalem Weg, lenken die Restauratorinnen und Restauratoren des Doerner Institutes den Blick auf Farbveränderungen an Meisterwerken der Alten Pinakothek und lassen Sie an den besonderen Herausforderungen im Kontext einer Museumssanierung teilhaben.

ONLINE-ANGEBOTE ZUM TAG DER RESTAURIERUNG

„Farbveränderungen an Kunstwerken der Alten Pinakothek“ | FÜHRUNGEN VIA INSTAGRAM LIVE

Offensichtliches und Verborgenes. RestauratorInnen des Doerner Institutes berichten aus der Museumspraxis: In der Alten Pinakothek finden im Rahmen der monatlichen #PinaLive-Dialogführungen Gespräche mit MitarbeiterInnen des Doerner Institutes statt. Live abrufbar über den Instagram-Account @pinakotheken, im Anschluss bleibt die Aufzeichnung im IGTV-Kanal verfügbar. 

15:00 – 15:15 | #PINALIVE | Blaue Bäume, grüner Himmel. Farbveränderungen an Kunstwerken der Alten Pinakothek. Mögliche Ursachen und Behandlungsperspektiven | Mit Ulrike Fischer

16:00 – 16:15 | #PINALIVE | Blaue Bäume, grüner Himmel. Farbveränderungen an Kunstwerken der Alten Pinakothek. Mögliche Ursachen und Behandlungsperspektiven | Mit Jan Schmidt

„Die Neue Pinakothek – Auszug der Kunstwerke“ | BLOGBEITRAG

In unserem Blog GESCHICHTEN AUS DEM MUSEUM – DER BLOG DER PINAKOTHEKEN erscheint ein neuer Beitrag: Die Neue Pinakothek – Auszug der Kunstwerke. Hier berichten Renate Poggendorf und Bianca May darüber, vor welchen Aufgaben RestauratorInnen am Museum stehen, wenn eine Kunstsammlung sanierungsbedingt ihr Gebäude verlassen muss.

Zum Beitrag in unserem Blog

„Kunst bewahren, bewegen, erforschen“ | STORY AUF GOOGLE ARTS & CULTURE

Eine für die Plattform Google Arts & Culture konzipierte „Story“ erscheint zum Tag der Restaurierung unter dem Titel „Kunst bewahren, bewegen, erforschen“. Englisch- und deutschsprachig erarbeitet von Heike Stege und Johanna Mocny stellt das interaktive Storytelling die Tätigkeiten des Doerner Instituts einem internationalen Publikum vor. 

Verfügbar auf Google Arts & Culture

Mehr Informationen zu dem Aktionstag finden Sie auf der Webseite https://www.tag-der-restaurierung.de/ sowie in den Sozialen Medien unter dem Hashtag #TagDerRestaurierung

Aufgaben

Im Zentrum der heutigen Tätigkeit des Doerner Institutes steht die Betreuung sämtlicher Bestände der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, die vom 14. Jahrhundert bis hin zur zeitgenössischen Kunst reichen. Weitere Schwerpunkte liegen auf dem Gebiet der kunsttechnologischen Erforschung historischer Maltechniken und -materialien sowie in der Entwicklung von physikalisch-chemischen Methoden zur Untersuchung von Kunstobjekten. Im Rahmen der Präventiven Konservierung nimmt die Beschäftigung mit Museumsbauten bedeutenden Raum ein. Insbesondere durch die enge Verbindung von praktischer Restaurierung, täglicher konservatorischer Museumsarbeit und international anerkannter naturwissenschaftlicher Forschung trägt das Institut wesentlich zur Erhaltung von Kulturgut bei.

Wir arbeiten derzeit an einem Relaunch unserer Website. Dort werden Sie in Kürze wieder ausführlichere Informationen zu unseren Mitarbeitern, Kompetenzen, Projekten und Publikationen finden.

Geschichte

Das Doerner Institut wurde 1937 als eigenständiges Reichsinstitut für Maltechnik in München gegründet. Namensgeber war der Maler und Maltechniker Max Doerner (1870 – 1939), Professor an der Kunstakademie München, der sich mit seinem 1921 erstmals erschienenen Werk „Malmaterial und seine Verwendung im Bilde“ eine hohe internationale Reputation erworben hatte. 1946 wurde das Institut mit seinem Labor und seiner maltechnischen Abteilung, die auch Restaurierungen ausführte, den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen angegliedert. Die Restaurierungsabteilung des Doerner Institutes und die der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen wurden 1977 endgültig zusammengelegt.

Lesen Sie mehr:
Andreas Burmester, Der Kampf um die Kunst. Max Doerner und sein Reichsinstitut für Maltechnik, Böhlau Wien Köln Weimar 2016 (893 Seiten mit 152 Abbildungen, zwei Bände im Schuber)
Weitere Informationen zur Publikation finden Sie hier

Leitbild des Doerner Institutes

Das Doerner Institut hat nun ein Leitbild, das in vielen gemeinsamen Gesprächen aller Kolleginnen und Kollegen und professionell unterstützt von Metrum Managementberatung erarbeitet wurde. Erfahren Sie hier, wie wir unseren Auftrag und unsere Ziele verstehen und was uns wichtig ist.

Kontakt

Das Doerner Institut ist Teil der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen.

Seine Adresse lautet:

Doerner Institut
Bayerische Stattsgemäldesammlungen Barer Straße 29
D 80799 München

Sekretariat und Direktionsassistenz: Ruth Krauß
T +49.89. 23 80 5-155
F +49.89. 23 80 5-156
info@doernerinstitut.pinakothek.de

Forschen am Bestand: Französische Gemälde

Die französischen Gemälde des 15.-18. Jahrhunderts in den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen (Vollständiger Bestandskatalog)

Projektlaufzeit: 2019 bis voraussichtlich 2024

In einem interdisziplinären Forschungsprojekt werden sämtliche in den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen bewahrten Werke französischer Maler aus der Zeit vom 15. Jhd. bis zum  Ende des 18. Jhd. untersucht und in einem umfassenden Bestandskatalog der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Seit 2019 arbeiten Kunsthistoriker, Restauratoren, Naturwissenschaftler, Museums- und Ausstellungstechniker und Fotografen Hand in Hand, um die Fülle des Bestandes zu dokumentieren und zu erforschen.
Von sämtlichen Werken (ca. 390) werden in Ergänzung zur kunsthistorischen und sammlungsgeschichtlichen Untersuchung kunsttechnologische Basisbefunde erstellt und Grunddaten wie Maße, Material des Bildträgers und Aussagen zu Formatänderungen erstmals systematisch erfasst.
Zudem werden ausgewählte Werke unter Verwendung modernster naturwissenschaftlicher Methoden tiefergehend maltechnisch analysiert. Die Ergebnisse können unter anderem in Fragen der Zuschreibung oder Werkfassung zur Klärung beitragen. Die französische Malerei entwickelte sich über die Jahrhunderte in ihrer Maltechnik sehr heterogen. So wird die punktuelle Untersuchung einzelner Werke Schlaglichter werfen auf die Arbeitsmethoden ausgewählter Künstler sowie auf die Verwendung bestimmter Materialien. Mit den in dem Projekt neu gewonnenen Erkenntnissen wird die Maltechnikforschung zur französischen Malerei weiter fortgeschrieben.
Die Publikation des Bestandskataloges ist derzeit für das Jahr 2024 geplant.

Das Projekt wird gefördert von der Ernst von Siemens Kunststiftung sowie der Herbert Schuchardt Stiftung, München.

Forschen am Bestand: Cy Twombly

Kunsttechnologische Untersuchung der Skulpturen von Cy Twombly in der Sammlung Brandhorst

Projektlaufzeit: 2018 bis 2021   

Im Zentrum des restauratorischen Forschungsprojekts steht Cy Twomblys Skulpturenbestand in der Sammlung Brandhorst. Das Konvolut zählt 18 Arbeiten aus zwei Werkgruppen: überwiegend weiß gefasste Skulpturen und Bronzeabgüsse. Für die Entstehung der Skulpturen baute der Künstler Fundstücke zu Assemblagen auf, um sie anschließend mit Spachtelmassen und weißer Farbe zu überformen. Viele davon dienten später als Modelle für die Bronzeabgüsse, die Twombly in diversen Gießereien in Kleinserien fertigen ließ. Auf Wunsch des Künstlers wurde die Bronze gussrau belassen und weist deshalb hochempfindliche Schamotterückstände auf.

Über die Arbeitsweise des 2011 verstorbenen US-Amerikaners Cy Twombly ist wenig bekannt. Kunsttechnologische Untersuchungen sollen entscheidend zur Klärung material- und herstellungstechnischer Fragen beitragen. Die Materialanalysen werden größtenteils von der naturwissenschaftlichen Abteilung des Doerner Institutes durchgeführt. Zur Ergänzung dienen bildgebende Untersuchungsverfahren in Zusammenarbeit mit externen Spezialisten (unter anderem Lehrstuhl für Zerstörungsfreie Prüfung der TU München und Siemens AG, Abteilung Corporate Technology). Um ein möglichst vollständiges Bild von der Genese der Skulpturen zu gewinnen, stehen die Mitarbeiter des Projekts im Austausch mit anderen musealen Institutionen und mit Twomblys Weggefährten. Für den langfristigen Erhalt der hochfragilen Werke gilt es zudem, aus dem Blickwinkel der konservatorischen Betreuung die Aspekte Erhaltungszustand, Materialalterung und Legitimität von intervenierenden restauratorischen Maßnahmen zu erforschen und zu diskutieren.

Die Schoof´sche Stiftung fördert das Projekt durch finanzielle Unterstützung. Die Ergebnisse werden gegen Ende seiner Laufzeit publiziert.

Verbundprojekt: Emil Nolde

Emil Nolde, Gesellschaft, 1911, auf Leinwand, 91,5 x 106 cm © Nolde Stiftung Seebüll

Kunsttechnologische Forschungen zum Werk Emil Noldes

„Ich will so gerne dass mein Werk aus dem Material hervorwachse… “

Zwischen 2018 und 2021 widmet sich ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördertes Verbundprojekt der Maltechnik und den Künstlermaterialien des Expressionisten Emil Nolde. Partner des multidisziplinären Forschungsvorhabens sind das Doerner Institut der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, München (Koordination), die Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde und die Hamburger Kunsthalle in Kooperation mit der Universität Hamburg und der Hochschule der Bildenden Künste Dresden.

Emil Nolde (eigentlich Hans Emil Hansen, 1867–1956) zählt unbestritten zu den bekanntesten und wichtigsten Vertretern des deutschen Expressionis­mus. Die Nolde-Stiftung beherbergt als Nachlassverwalterin am ehemaligen Wohn- und Arbeitsort des Künstlers eine umfangreiche Sammlung von Werken Noldes, zugleich ein etwa 25.000 Dokumente und Realia umfassendes Archiv. Durch eine maltechnische Auswertung des Künstlerarchivs und des Ateliernachlasses sowie umfangreiche technologische, bildgebende und analytische Untersuchungen an rund 50 Gemälden aus den Sammlungen in Seebüll, Hamburg und München werden erstmals Arbeitsweise und Künstlermaterialien Emil Noldes erforscht. Obwohl die Beschäftigung mit der Maltechnik bei zahlreichen Künstlern der Klassischen Moderne erfolgreich zur Klärung vielfältiger kunst­wissenschaftlicher und kultur­historischer Fragestellungen geführt hat, ist die systematische, kunsttechnologische Erfassung von Werkkomplexen immer noch selten. Das Projekt wird somit die kunsthistorische Forschung um die „unsichtbare“ kunsttechnologische Perspektive zu Werkprozessen, der Farbwahl oder zeitlicher Entwicklungen im Laufe von Noldes langem Künstlerleben erweitern. Neben einem Fachsymposium ist als Projektabschluss eine Präsentation wichtiger Forschungsergebnisse in einer modularen Ausstellungsform geplant.

Mehr Informationen auf der Projektwebsite nolde-maltechnik.de

Titelblatt einer Lignitzer Taxe aus dem Jahr 1614 (Universitätsbibliothek Göttingen)

Das Taxenprojekt

Apotheken fungierten im Mittelalter und der frühen Neuzeit auch als Pigmenthandlungen. Seit den Medizinalstatuten Friedrichs II aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts war jede Apotheke gezwungen, die Preise all ihrer Produkte in Form von Preislisten, sogenannten Taxen, öffentlich zu machen. In vielen Bibliotheken und Archiven erhalten sind diese Apothekentaxen daher eine wichtige Primärquelle für Forschungen zum Bezug und Handel von Künstlermaterialien.

Das Münchner Taxenprojekt entwickelte sich seit 1998 aus den Forschungen zu Albrecht Dürer als ein Gemeinschaftsprojekt von Prof. Dr. Andreas Burmester (ehemaliger Direktor des Doerner Institutes), Prof. Dr. Christoph Krekel (heute Akademie der Bildenden Künste Stuttgart) und Prof. Dr. Ursula Haller (heute Hochschule für Bildende Künste Dresden). Das Vorhaben widmete sich in den folgenden Jahren der wissenschaftlichen Erforschung, Erfassung, Bewertung und Edition aller zwischen 1553 und 1800 gedruckten Taxen aus dem deutschsprachigen Raum. Die darin enthaltenen Informationen zu rund 170 Künstlermaterialien – Pigmente, Farbstoffe, Binde- und Klebemitteln sowie Hilfs- und Grundstoffe – flossen in eine Datenbank ein, die derzeit über 23.000 Einträge verzeichnet. Gespeist aus diesem riesigen Datenbestand erschienen 17 wissenschaftliche Beiträge zu ausgewählten Taxen und ihrer Genese, der Historie bestimmter Einzelmaterialien wie Zinnober oder der allgemeinen Preisentwicklung von Pigmenten.

Da das Projekt seit 2017 nicht weiterverfolgt werden kann und die Datenbank des Taxenprojektes nicht öffentlich zugänglich ist, bitten wir Anfragen direkt an Prof. Dr. Burmester, München, zu richten. Die Kontaktadresse und ausführliche Informationen zum Taxenprojekt finden Sie hier.

Publikationen

Hier finden Sie eine chronologische Übersicht aller wissenschaftlichen Publikationen der MitarbeiterInnen des Doerner Institutes seit 1997.

Carolyn Steinbeck · Gestaltung unter Verwendung: Detail aus: Martin Honert, Foto, 1993, Museum MMK für Moderne Kunst; erworben mit großzügiger Unterstützung der Schenkung Margarethe und Gustav Kober, Frankfurt am Main, zuvor als Dauerleihgabe am MMK; © Martin Honert / VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Patina: Spuren der Vergangenheit in der Kunst der Gegenwart

Internationale, interdisziplinäre Tagung
Hochschule für Bildende Künste Dresden, 5.–7. Dezember 2019

Patina ist ein kaum diskutierter Schlüsselbegriff des Verhältnisses von Kunst und Zeit. Unscharf und argumentativ sehr unterschiedlich eingesetzt, markiert er als Wertbegriff akzeptierte Alterungserscheinungen an Kunstwerken und grenzt sich so gegenüber Schäden ab. Kunstformen und Materialien der Gegenwart wie Installationen, Fotografie, Medienkunst, Kunststoffe, prozesshafte oder digitale Kunst stellen neue Herausforderungen an das Verständnis von und den Umgang mit der Zeitlichkeit von Kunst. Denn diese ‚neue‘ Kunst altert oft sehr viel schneller und unkontrollierbarer als ‚alte‘ Kunst oder entzieht sich klassischen Alterungsprozessen. Wie jedoch lesen wir Spuren von Geschichte in Werken der Gegenwartskunst? Welche Kunstformen bedingen welches Verständnis von Zeitlichkeit? Wie setzen Künstler*innen Formen von Vergänglichkeit als Strategie ein und wie versuchen andere hingegen, Spuren von Alterung zu unterbinden? Wie altert – jenseits von materialbasierten Kunstformen – konzeptuelle Kunst? Und welcher konservatorisch-restauratorische Diskurs und Umgang haben sich warum etabliert?
Diesen und verwandten Fragen widmen sich die Beiträge der Tagung „Patina: Spuren der Vergangenheit in der Kunst der Gegenwart“.

Eine Kooperation der Hochschule für Bildende Künste Dresden und des Doerner Institutes der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen München. Gefördert von der Fritz Thyssen Stiftung.

Zum vollständigen Programm der Veranstaltung gelangen Sie hier.

Tagungsband der Tempera 2018-Konferenz jetzt publiziert!

München und das "Kunstareal" war vom 15. bis 17. März 2018 Ort des Austauschs und Experiments über "Temperamalerei zwischen 1800 und 1950". Das Doerner Institut richtete diese internationale Konferenz mit über 270 Teilnehmern aus 22 Ländern aus, die in enger Zusammenarbeit mit der Akademie der Bildenden Künste, München, der Technischen Universität München, Lehrstuhl für Restaurierung, Kunsttechnologie und Konservierungswissenschaft, sowie den Museumspartnern Villa Stuck und Lenbachhaus stattfand. Zwei Vortragstage umfassten eine breite Palette von Fragen wie: Was wollten die Künstler erreichen? Welche Materialien nutzten sie und wie haben sie diese vorbereitet und angewendet? Wie können wir ihre Techniken untersuchen und verstehen? Neben theoretischen Auseinandersetzungen bot die Konferenz einen Tag mit Workshops und geführten Galerietouren. Hier konnten die Teilnehmer zum einen praktische Erfahrungen mit der Herstellung von Farben und ihrer Anwendung sammeln, zum anderen bot sich eine hervorragende Gelegenheit, wichtige in München erhaltene Werke der Temperamalerei zu studieren.

Jetzt ist der reich bebilderte englischsprachige Postprint-Band bei Archetype Publications in gedruckter Form oder als kostenloser open-access PDF-Download erhältlich. In den Aufsätzen wird die Wiederbelebung der Temperamalerei in den Anfängen der Moderne aus den Perspektiven der Kunstgeschichte, der technischen Kunstgeschichte, der Konservierung und der naturwissenschaftlichen Analyse untersucht. Allgemeinere Beiträge geben einen Überblick über Themen wie den historischen Hintergrund der Temperamalerei, ihre Terminologie, die kommerzielle Produktion und die Rekonstruktion historischer Rezepte, Grundlagen der Rheologie sowie Bindemittelanalysen und deren Interpretation. Darüber hinaus widmen sich speziellere Beiträge den Arbeiten von Christina Herringham, Frances Hodgkins, Paul Klee, Hermann Prell, John Roddam und Ossawa Tanner. Das Buch gibt somit neue Einblicke in das, was Künstler erreichen wollten, welche Materialien sie verwendeten und wie sie diese vorbereiteten und anwendeten.

Download des Tagungsbandes als PDF (Low-Res, 8 MB | Hi-Res, 71 MB)

Gefördert durch die VolkswagenStiftung und EU IPERION CH.