Doerner Institut

Aufgaben

Im Zentrum der heutigen Tätigkeit des Doerner Institutes steht die Betreuung sämtlicher Bestände der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, die vom 14. Jahrhundert bis hin zur zeitgenössischen Kunst reichen. Weitere Schwerpunkte liegen auf dem Gebiet der kunsttechnologischen Erforschung historischer Maltechniken und -materialien sowie in der Entwicklung von physikalisch-chemischen Methoden zur Untersuchung von Kunstobjekten. Im Rahmen der Präventiven Konservierung nimmt die Beschäftigung mit Museumsbauten bedeutenden Raum ein. Insbesondere durch die enge Verbindung von praktischer Restaurierung, täglicher konservatorischer Museumsarbeit und international anerkannter naturwissenschaftlicher Forschung trägt das Institut wesentlich zur Erhaltung von Kulturgut bei.

Informationen über aktuelle und vergangene Projekte erhalten Sie auf der Website des Doerner Institutes

Aktuelles

Emil Nolde, Gesellschaft, 1911, auf Leinwand, 91,5 x 106 cm © Nolde Stiftung Seebüll
 

Ich will so gerne dass mein Werk aus dem Material hervorwachse…
Kunsttechnologische Forschungen zum Werk Emil Noldes“

Zwischen 2018 und 2021 widmet sich ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördertes Verbundprojekt der Maltechnik und den Künstlermaterialien des Expressionisten Emil Nolde. Partner des multidisziplinären Forschungsvorhabens sind das Doerner Institut der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, München (Koordination), die Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde und die Hamburger Kunsthalle in Kooperation mit der Universität Hamburg und der Hochschule der Bildenden Künste Dresden.

Emil Nolde (eigentlich Hans Emil Hansen, 1867–1956) zählt unbestritten zu den bekanntesten und wichtigsten Vertretern des deutschen Expressionis­mus. Die Nolde-Stiftung beherbergt als Nachlassverwalterin am ehemaligen Wohn- und Arbeitsort des Künstlers eine umfangreiche Sammlung von Werken Noldes, zugleich ein etwa 25.000 Dokumente und Realia umfassendes Archiv. Durch eine maltechnische Auswertung des Künstlerarchivs und des Ateliernachlasses sowie umfangreiche technologische, bildgebende und analytische Untersuchungen an rund 50 Gemälden aus den Sammlungen in Seebüll, Hamburg und München werden erstmals Arbeitsweise und Künstlermaterialien Emil Noldes erforscht. Obwohl die Beschäftigung mit der Maltechnik bei zahlreichen Künstlern der Klassischen Moderne erfolgreich zur Klärung vielfältiger kunst­wissenschaftlicher und kultur­historischer Fragestellungen geführt hat, ist die systematische, kunsttechnologische Erfassung von Werkkomplexen immer noch selten. Das Projekt wird somit die kunsthistorische Forschung um die „unsichtbare“ kunsttechnologische Perspektive zu Werkprozessen, der Farbwahl oder zeitlicher Entwicklungen im Laufe von Noldes langem Künstlerleben erweitern. Neben einem Fachsymposium ist als Projektabschluss eine Präsentation wichtiger Forschungsergebnisse in einer modularen Ausstellungsform geplant.

 

Geschichte

Das Doerner Institut wurde 1937 als eigenständiges Reichsinstitut für Maltechnik in München gegründet. Namensgeber war der Maler und Maltechniker Max Doerner (1870 – 1939), Professor an der Kunstakademie München, der sich mit seinem 1921 erstmals erschienenen Werk „Malmaterial und seine Verwendung im Bilde“ eine hohe internationale Reputation erworben hatte. 1946 wurde das Institut mit seinem Labor und seiner maltechnischen Abteilung, die auch Restaurierungen ausführte, den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen angegliedert. Die Restaurierungsabteilung des Doerner Institutes und die der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen wurden 1977 endgültig zusammengelegt. 

Publikationen

Das Doerner Institut hat in den vergangenen Jahrzehnten zahlreiche Publikationen verfasst, die zur Standardliteratur der Restaurierung, Kunsttechnologie und Konservierungswissenschaft gehören.

Eine vollständige Auflistung aller Publikationen und viele andere Informationen zur Geschichte und zu Projekten des Institutes finden Sie auf der Website des Doerner Institutes.

Kontakt

Das Doerner Institut ist Teil der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen.

Seine Adresse lautet:

Doerner Institut
Barer Straße 29
D 80799 München

Sekretariat: Frau Ruth Krauß
T +49.89. 23 80 5-155
F +49.89. 23 80 5-156
info@doernerinstitut.de