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01.05.2026 | Bayerische Staatsgemäldesammlungen

Die Pinakotheken trauern um den großen Künstler Georg Baselitz

Die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen begleiteten und förderten das Werk von Georg Baselitz seit über 50 Jahren. Im Jahr 1972 wurde mit der „Seeschwalbe“ (1971/1972) das erste Werk des Künstlers erworben. Es entwickelte sich fortan eine intensive Zusammenarbeit: Baselitz stand im engen Austausch mit den Sammlungsleiter:innen und Direktoren, besuchte regelmäßig die Pinakotheken und wirkte aktiv an der Installation seiner Werke mit. Der Bestand umfasst heute 31 Werke, die sein herausragendes Schaffen von den frühen 1960er-Jahren bis in die Gegenwart – mit einem Werk von 2017 – erfahrbar machen. 

 

Georg Baselitz, Seeschwalbe, 1971/72, Bayerische Staatsgemäldesammlungen – Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne München

Einen Höhepunkt bildet die 2019 erfolgte Schenkung von sechs Gemälden und einer Skulptur aus den Jahren 2008 bis 2017 zu Ehren von S.K.H. Herzog Franz von Bayern. Sie ist Ausdruck einer über Jahrzehnte gewachsenen Verbindung zwischen dem international anerkannten Künstler und einem seiner frühesten Sammler sowie langjährigen Wegbegleiter. Durch die visionäre Sammeltätigkeit von Prinz Franz konnten bereits in den 1970er-Jahren, als Baselitz noch am Beginn seiner Karriere stand, wichtige Werke gesichert werden. Auch die 1976 durchgeführte Einzelausstellung des damals noch nicht einmal vierzigjährigen Künstlers, gefördert vom Galerie-Verein, war ein bedeutendes Ereignis: Sie markierte eine aktive Hinwendung zur zeitgenössischen Kunst in den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen. Prinz Franz von Bayern unterstützte diese Ausstellung ebenso wie eine gegenwartsorientierte Ankaufspolitik. Die Werke von Georg Baselitz, die 1984 durch den Wittelsbacher Ausgleichsfonds in die Staatsgemäldesammlungen gelangten, zählen zu den wichtigsten seines Œuvres – exemplarisch sei „Der Mann am Baum“ (1969) genannt. 

 

Georg Baselitz, Der Mann am Baum, 1969, 2007 vom Wittelsbacher Ausgleichsfonds, Sammlung Herzog Franz von Bayern, Bayerische Staatsgemäldesammlungen – Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne München

Durch das großzügige Engagement von PIN. Freunde der Pinakothek der Moderne, der Theo Wormland-Stiftung, der Michael & Eleonore Stoffel-Stiftung sowie durch Georg Baselitz selbst konnten weitere Werke in den Bestand aufgenommen werden. Seit 2009 bereichern zudem die Baselitz-Werke der Udo und Anette Brandhorst Stiftung den Münchner Bestand. Das grafische Werk ist umfassend in der Staatlichen Graphischen Sammlung vertreten. 

Über Generationen von Sammlungsleiter:innen und Direktoren hinweg hat die Sammlung Moderne Kunst diesen Bestand kontinuierlich aufgebaut und die künstlerische Entwicklung Baselitz’ begleitet. Besonders hervorzuheben ist die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Carla Schulz-Hoffmann, die von 1975 bis 2011 – zunächst als Kuratorin, dann als verantwortliche Referentin der Pinakothek der Moderne und stellvertretende Generaldirektorin – diesen Sammlungsbereich maßgeblich geprägt hat. 2019 erschien ein Band zum Sammlungsbestand von Georg Baselitz, der einen umfangreichen Text dieser lebenslangen künstlerischen Begleitung enthält und zugleich sein Werk nachvollziehbar erschließt. 

Der Bestand der Baselitz-Arbeiten in den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen reicht von frühen auf die Nachkriegszeit verweisenden Arbeiten bis hin zur „Remix“-Serie. Diese Neuinterpretationen programmatischer Werke zeigte der Künstler 2006 in einer eigens für die Pinakothek der Moderne konzipierten Ausstellung. In den Gemälden des Spätwerks scheint der sich zunehmend entmaterialisierende Körper in einem zeit- und grenzenlosen Raum zu schweben. Im Jahr 2003 präsentierte Baselitz zudem seine Sammlung afrikanischer Kunst in der Alten Pinakothek, die er regelmäßig besuchte. Bedeutende Werke sind heute in der Pinakothek der Moderne zu sehen. 

Georg Baselitz hinterlässt ein Oeuvre von Weltrang. Seine Bilder und Skulpturen bleiben als Herausforderung bestehen: unbequem, kraftvoll und kompromisslos. 

Die Pinakotheken werden Georg Baselitz in dankbarer Erinnerung behalten. 


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Bayerische Staatsgemäldesammlungen Die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen betreuen einen wesentlichen Teil des Gemälde- und Kunstbesitzes des Freistaates Bayern sowie die dazugehörigen Münchener Museen: die Alte Pinakothek, die Neue Pinakothek, die Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne, die Sammlung Schack, das Museum Brandhorst und darüber hinaus zwölf Staatsgalerien in ganz Bayern. Hier arbeiten Kunsthistoriker:innen verschiedener Spezialgebiete, Naturwissenschaftler:innen und Restaurator:innen des angeschlossenen Doerner Instituts zusammen mit zahlreichen weiteren Mitarbeiter:innen daran, den großen Bestand von mehr als 30.000 Objekten zu verwalten, zu erhalten und wissenschaftlich zu erschließen.