Laufspuren von Insekten in Blütenstaubkunstwerken von Wolfgang Laib
Laufspuren von Insekten in Blütenstaubkunstwerken von Wolfgang Laib

Es krabbelt im Museum!

Tagung zum Thema Integrated Pest Management, Pinakothek der Moderne, 6.–7. Dezember 2018

Im Dezember 2018 veranstaltete der Arbeitskreis Konservierung/Restaurierung des Deutschen Museumsbundes in Kooperation mit dem Doerner Institut und der Fachgruppe Präventive Konservierung des Verbands der Restauratoren eine Fachtagung zum Thema Schädlinge im Museum. 

Am 6. und 7. Dezember 2018 fand im Ernst von Siemens Auditorium der Pinakothek der Moderne, veranstaltet vom Arbeitskreis Konservierung/Restaurierung des Deutschen Museumsbundes in Kooperation mit dem Doerner Institut und der Fachgruppe Präventive Konservierung des Verbands der Restauratoren die Tagung „Es krabbelt im Museum! Themen zwischen Bestimmung und Bekämpfung“. 

In den letzten Jahren gewann das Thema Schädlinge in Ausstellungsräumen, aber auch in Depots oder Werkstätten, zunehmend an Bedeutung für die Museen. Im Rahmen des vorbeugenden Monitorings werden beispielsweise Klebefallen aufgestellt und regelmäßig ausgewertet. Dennoch besteht große Unsicherheit, welche Schadinsekten für das Sammlungsgut tatsächlich eine Gefahr darstellen und bei welcher Anzahl von Funden ein schnelles Eingreifen notwendig ist. 

Zudem machen sich in manchen Häusern neue Arten wie die sogenannten Papierfischchen breit. Die Verantwortlichen fragen sich, ob und wann weitere neue Insektenarten durch Klimawandel und/oder Leihverkehr zu erwarten und wie diese zu identifizieren sind. Neben dem Monitoring und der Bestimmung ist auch die Frage nach den Bekämpfungsverfahren ein virulentes Thema. 

Insbesondere der Umgang mit kontaminierten Objekten stellt eine Herausforderung dar. Und seit der Änderung des Biozidgesetzes ist ungeklärt, ob Museen eine Schädlingsbekämpfung mittels Stickstoff überhaupt noch durchführen dürfen. Um all diesen Fragen mit dem neusten Wissenstand zu begegnen, aber auch um Verbesserungsmöglichkeiten bestehender Monitoring-Konzepte zu diskutieren, konnten für den 6. Dezember neun Fachreferenten gewonnen werden. 

Der zweite Tag war den praktischen Beispielen gewidmet: fünf Vortragende berichteten unter anderem von der Umsetzung des IPM und dem Umgang mit Massenbefall in ihren Häusern oder Institutionen. Ergänzend zu den Vorträgen bot der Nachmittag die Möglichkeit, in optionalen Workshops weitere Fragen zu stellen und in Austausch und Diskussion mit den praxiserfahrenen Referenten sowie anderen Teilnehmern zu treten. Dabei wurden Themen wie Fallenkunde und Absorber-Behandlung, Schädlingsbestimmung, der Einsatz von Nützlingen und die Auswertung und Dokumentation des Monitorings sowie Schadensbilder und Anschauungsobjekte (Insekten, Kotpartikel, Fraßbilder, usw.) besprochen.