GEORGE STUBBS
26.01.2012 - 06.05.2012
Neue Pinakothek
Die Kunst der Aufklärung (Peking, 01. April 2011 – 31. März 2012)
Die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen München präsentieren zusammen mit den Staatlichen Museen zu Berlin und den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden diese Ausstellung in Peking, die annähernd 600 Exponate umfasst. Die vom Auswärtigen Amt maßgeblich unterstützte Schau wird vom 1.4.2011 bis zum 31.3.2012 als erste internationale Ausstellung im neu eröffneten Chinesischen Nationalmuseum in Peking gezeigt.
Mit 52 Werken aus den Beständen der Alten und Neuen Pinakothek sowie der Pinakothek der Moderne engagieren sich die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen in diesem Ausstellungsprojekt. Die Beteiligung Münchens unterstreicht die internationale Bedeutung der Pinakotheken als hochrangige Sammlung europäischer Meisterwerke der Kunst des 18. und 19. Jahrhunderts und versteht sich als Beitrag zum Kulturaustausch zwischen China und Europa.
Im Zeitalter der Aufklärung beginnt in Europa der Umbruch zur modernen Welt. Die alte Ordnung, beherrscht von Adel und Klerus zerbricht. Der Mensch rückt in den Mittelpunkt von Wissenschaft, Philosophie und Kunst. Mit ihm gewinnt die Kunst eine neue Bedeutung: sie wird zum Instrument der Bildung und ästhetischen Erziehung. Technische Entwicklungen und gesellschaftlicher Wandel beschleunigen die Verbreitung von Bildern in alle Bereiche der Öffentlichkeit. Neue Bildthemen erschließen ein neues Publikum. Die Idee, dass Kunst die Menschen und die Gesellschaft verändern könne, wird zum Leitgedanken einer ganzen Epoche. Bis heute prägt sie die europäische Wahrnehmung von Kunst und das Selbstverständnis der Künstler. Die Ausstellung zeigt zentrale Motive, Ideen und Themen der Kunst der Aufklärung mit Meisterwerken der Malerei, Skulptur und Graphik sowie Objekten des Kunsthandwerks und wissenschaftlichen Instrumenten aus den Staatlichen Museen zu Berlin, den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen München.

Links: Johann Heinrich Füssli: Satan und Tod, von der Sünde getrennt, 1802, Foto: Bruno Hartinger; Mitte: Julius Caesar Ibbetson: George Biggins Aufstieg in Lunardis Ballon, um 1785/1788, Foto: Bruno Hartinger; Rechts: Marie-Gabrielle Capet: Atelierszene, 1808, Foto: Sibylle Forster
Die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen beteiligen sich an der Ausstellung mit 51 Gemälden und einer Skulptur. Aus den Beständen der drei Pinakotheken sowie der Residenzen München und Bamberg wurden repräsentative Meisterwerke der Malerei des 18. und 19. Jahrhunderts ausgewählt, die zugleich die Leitideen und Themen der Aufklärung auf bestmögliche Weise verkörpern. Neben bekannten Künstlern wie Bellotto, Füssli, Graff, Raeburn, Robert, Tischbein oder Vernet können aus den reichen Münchner Gemäldebeständen Maler wie Brinckmann, Capet oder Desmarées neu entdeckt werden. Mit herausragenden Werken von Baselitz, Schönebeck und Warhol wird zudem schlaglichtartig die Wirkung der Aufklärungsideale auf die Kunst des 20. Jahrhunderts beleuchtet. Bis 31. März 2012 werden diese Werke im Verbund mit Skulpturen, Graphiken, kunsthandwerklichen Objekten, Mode und wissenschaftlichen Instrumenten aus Dresden und Berlin im National Museum of China in Peking zu sehen sein.
Verschaffen Sie sich einen Überblick über die Werke der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen in Peking mit Hilfe der ausführlichen Werkliste. (PDF, 43 KB)

Links:Johann Friedrich August Tischbein, Nicolas Châtelain im Garten, 1791, Foto: Sibylle Forster; Mitte: Claude Joseph Vernet: Schiffbruch im Gewittersturm, 1770, Foto: Sibylle Forster; Rechts: Georg Desmarées: Der Künstler mit seiner Tochter Antonia, um 1760, Foto: Nicole Wilhelms

Links: Blick vom Platz des Himmlischen Friedens auf das National Museum of China © Gerkan, Marg und Partner, Foto: Christian Gahl
Rechts: Blick in die Empfangshalle des National Museum of China © Gerkan, Marg und Partner, Foto: Christian Gahl

Links: Blick in den Einführungsraum der Ausstellung (Foto: Frank Barbian)
Rechts: Kapitel „Höfisches Leben“ (Foto: Frank Barbian)
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Links: Kapitel „Ferne und Nähe“ (Foto: Frank Barbian)
Rechts: Kapitel „Nachtseiten“ (Foto: Frank Barbian)
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Links: Kapitel „Nachtseiten“ (Foto: Frank Barbian)
Rechts: Kapitel „Emanzipation und Öffentlichkeit“ (Foto: Frank Barbian)

Links: Kapitel „Emanzipation und Öffentlichkeit“ (Foto: Frank Barbian)
Rechts: Kapitel „Emanzipation und Öffentlichkeit“ und „Die Revolution der Kunst“ (Foto: Frank Barbian)

Führungen durch die Ausstellung (Foto: Frank Barbian)
Das Vermittlungsprogramm für die Ausstellung „Die Kunst der Aufklärung“ wurde vom Projektteam der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen in München in enger Zusammenarbeit mit dem National Museum of China konzipiert. Ziel ist es, dem chinesischen Publikum die ausgestellten Werke in ihrem historischen und kulturellen Entstehungskontext verständlich zu machen. Es soll gezeigt werden, wie die Leitideen und Themen der Aufklärung in den Exponaten zum Ausdruck kommen.
Diesen beiden Schritten, die einen schnellen und allgemeinverständlichen Zugang zum Kunstwerk ermöglichen, sind unterschiedliche Vermittlungsmedien und -formate zugewiesen. Sie adressieren Verstand und Sinne gleichermaßen. Eine Einführung in das Zeitalter der Aufklärung informiert an Touchscreens über die wichtigsten kulturellen, wissenschaftlichen und politischen Ereignisse der Epoche. Ein bebildertes Begleitheft und ausführliche Wandtexte beleuchten die zentralen Exponate der Ausstellung. Zwei Medienterminals stellen bedeutende Publikationsprojekte der Aufklärung vor. Zitate großer Philosophen, Schriftsteller und Künstler der Aufklärung verdeutlichen die Leitideen der Ausstellung.
Das Vermittlungskonzept wird um ein museumspädagogisches Begleitprogramm ergänzt, das vom Goethe Institut in Peking in Zusammenarbeit mit dem National Museum of China erarbeitet und von der Münchner Projektgruppe unterstützt wird. Im Bereich der personalen Vermittlung werden Workshops und Themenführungen konzipiert und die Guides gemeinsam geschult. Aufklärerische Bildungskonzepte werden beleuchtet und diskutiert, etwa die Funktion von Bildern und Büchern als neuen Medien der Wissensvermittlung, die ästhetische Erfahrung und Selbstbildung, Erziehungsmodelle für Kinder und neue Formen der öffentlichen Kommunikation und Meinungsbildung. In unmittelbarer Nähe zu den Ausstellungsräumen soll ein sogenanntes Besucherlabor ein Ort praxisorientierten und experimentellen Lernens werden.
Hier erhalten Sie Informationen zum Vermittlungsprogramm des Goethe-Institut China.

Graphische Darstellung des Vermittlungskonzeptes © sichtagitation
Die Münchener Arbeitsgruppe hat begleitend zur Ausstellung "Die Kunst der Aufklärung" eine interaktive Einführung in das Zeitalter der Aufklärung konzipiert. An zwei Medienterminals können sich die Besucher des National Museum of China entlang von Zeitstrahlen über die zentralen philosophischen, wissenschaftlichen und politischen Ereignisse des 18. Jahrhunderts in Europa informieren. Unter anderem die Konstruktion der ersten Batterie, die Veröffentlichung der "Encyclopédie" oder die Erklärung der allgemeinen Menschen- und Bürgerrechte werden so auf allgemein verständliche und anschauliche Weise präsentiert. Die zentralen Ereignisse des 18. Jahrhunderts können zusätzlich über ein Glossar und eine Auswahl von Biographien erschlossen werden. Parallel zur Ausstellung ist diese Einführung auch im Internet zugänglich.
Hier gelangen Sie zur Einführung "Das Zeitalter der Aufklärung − Ereignisse einer Epoche".
Hier gelangen Sie zur Internetseite der Ausstellung "Die Kunst der Aufklärung".
Hier erhalten Sie Ausstellungsinformationen des National Museum of China.
Hier können Sie Informationen zum Begleitprogramm "Aufklärung im Dialog" einsehen.
Ausführliche Informationen zur Ausstellung erhalten Sie zudem in unserer Ausstellungsbroschüre (PDF, 1,6 MB).
Erfahren Sie mehr über die an der Ausstellung beteiligten Museen in unserer Museumsbroschüre. (PDF, 2,8 MB)