Geschichte der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen
Die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen sind die Nachfolgebehörde
der „Centralgemäldegaleriedirektion“, die im späten
18. Jahrhundert gegründet wurde, nachdem der Gemäldebestand
der Wittelsbacher aufgrund der erbfolgebedingten Übertragung
der Mannheimer und Zweibrücker Galerie außerordentlich
angewachsen war; wenig später, zu Beginn des 19. Jahrhunderts
kam durch die Säkularisation und die Übernahme der Düsseldorfer
Galerie weiterer Zuwachs hinzu. Mit dem Bestand veränderten
sich auch die Häuser. Zunächst im Neuen Schloss Schleißheim
untergebracht, wurde zwischen 1777 und 1782 für die Gemälde
im Hofgarten der Residenz eine neue Galerie errichtet. 1826 bis 1836
folgte der Bau der (Alten) Pinakothek, 1853 jener der „Neuen“ Pinakothek
für die „zeitgenössische“ Kunst des damaligen
Jahrhunderts (1944/45 zerstört). Ab 1919 wurden die moderneren
Werke der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Kunstausstellungsgebäude
am Königsplatz ausgestellt, das fortan "Neue Staatsgalerie" hieß.
Nach dem Zweiten Weltkrieg diente der Westflügel des Hauses
der Kunst Hauptwerken aller Häuser als provisorischer Ausstellungsort.
Nach dem Auszug der Alten Meister in die wiederhergestellte Alte
Pinakothek (1957) und der Werke des 19. Jahrhunderts in die neu erbaute
Neue Pinakothek (1981) erwuchs aus diesem Provisorium die „Staatsgalerie
moderner Kunst“ für die Kunst des 20. Jahrhunderts. 2002
hat sie nun als „Sammlung Moderne Kunst“ in der neu eröffneten
Pinakothek der Moderne im Kunstareal München, also in unmittelbarer
Nähe der Alten und Neuen Pinakothek, ihre endgültige Unterbringung
gefunden.
Das Sammlungsprofil der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen
hat sich im Laufe der Zeit gewandelt, so dass der Name „Gemäldesammlungen“ nur
noch eingeschränkte Gültigkeit besitzt: Während der
Bestand bis zum 18. Jahrhundert tatsächlich ausschließlich
Gemälde umfasst, sind in der Neuen Pinakothek auch Werke der
Bildhauerkunst zu finden; im Sammlungsbestand des 20. und 21. Jahrhunderts
haben die klassischen Gattungsbegriffe einem gewandelten Kunstbegriff
entsprechend nur noch untergeordnete Bedeutung: Die Sammlung Moderne
Kunst enthält neben Gemälden auch Fotografien, Skulpturen,
Video- und Rauminstallationen.
Die Filialgalerien der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen findet
man in ganz Bayern. Zum Teil gehen sie auf das frühe 19. Jahrhundert
zurück, als nach der Säkularisation im gesamten damaligen
Königreich Ausweichquartiere für den großen Kunstbesitz
des Staates gesucht wurden. Einige dieser Galerien (z. B. Bamberg,
Augsburg) sind sogar älter als die Alte Pinakothek. Nach der
Neustrukturierung in den 60er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts
zeigen sie einen Gemäldebestand von hoher Qualität,
der jeweils auf Region und Ort abgestimmt ist.
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