Wunder und Ekstase - Heilige in Werken spanischer Meister. Eine Konservator…
24.02.2012
15:00 Uhr
Alte Pinakothek
1528-1540
Der Grundstock zur heutigen Sammlung der Alten Pinakothek wird gelegt: Herzog Wilhelm IV. von Bayern (1493-1550) und seine Gemahlin Jacobaea von Baden (1507-1580) lassen eine Folge von Historienbildern für die Münchner Residenz ausführen. Zahlreiche Maler aus den süddeutschen Zentren werden daran beteiligt: aus Regensburg Albrecht Altdorfer, aus Nürnberg Barthel Beham, aus Augsburg Jörg Breu und Hans Burgkmair, aus Ingolstadt Melchior Feselen, aus München Abraham Schöpfer, Hans Schöpfer und Ludwig Refinger. Die Bildthemen sind der griechischen, römischen, jüdischen und frühchristlichen Geschichte entnommen und greifen bedeutende Ereignisse auf. Das wohl bekannteste Werk des Zyklus ist Altdorfers Alexanderschlacht.
1563-1567
Bau der Kunstkammer (spätere "Münze") unter Herzog Albrecht V. durch Wilhelm Egckl. Kuriositäten der Natur wie auch Kunstgegenstände waren dort ausgestellt. Das 1598 erstellte Inventar wird u.a. 778 Gemälde aufführen.
1597-1651
Kurfürst Maximilian I.(1573-1651) erwirbt Hauptwerke der Altdeutschen Malerei, darunter Albrecht Dürers "Vier Apostel", und stellt sie in der 1611-17 eingerichteten Kammergalerie aus. Für das (Alte) Schloss Schleißheim bestellt er 1615/16 bei Peter Paul Rubens einen Jagdzyklus, von dem einzig die "Nilpferdjagd" in München geblieben ist. Etwa zur gleichen Zeit erteilt ein anderer Wittelsbacher, Wolfgang Wilhelm, Pfalzgraf von Neuburg, Jülich und Berg (1578-1653), Rubens den Auftrag u.a. für das Hochaltarbild der Jesuitenkirche in Neuburg a.d. Donau, das "Große Jüngste Gericht", das später über Düsseldorf nach München gelangt.
1679-1726
Kurfürst Maximilian II. Emanuel (1662-1726) führt die Sammeltätigkeit seines Großvaters weiter. 1698 erwirbt er während seiner Statthalterschaft in den Niederlanden aus der Sammlung des Antwerpener Handelsherren Gisbert van Colen 101 flämische Gemälde, darunter allein 12 Bilder von Rubens, die heute zu den Hauptwerken der Alten Pinakothek zählen. Über 1000 Gemälde werden im Neuen Schloss Schleißheim ausgestellt. Etwa gleichzeitig baut Kurfürst Johann Wilhelm von Pfalz-Neuburg (1658-1716), ein Enkel Wolfgang Wilhelms, in seiner Residenzstadt Düsseldorf einen erlesenen Gemäldebestand auf mit flämischen, holländischen und italienischen Meisterwerken, die später ebenfalls nach München gelangen.
1777
Die Bayerische Linie der Wittelsbacher stirbt aus. Kurfürst Karl Theodor von der Pfalz (1724-1799) tritt die Gesamterbschaft der bayerischen und pfälzischen Lande an.
1780/81
Karl Theodor lässt über den nördlichen maximilianischen Arkaden des Hofgartens (1613-17) die Hofgartengalerie errichten. 1798 überführt er aus Furcht vor den nahenden Franzosen die 758 Gemälde aus der Mannheimer Galerie, überwiegend holländische und flämische Bilder des 17. Jahrhunderts, nach München, darunter Werke Jan Brueghels d.Ä. und Rembrandts "Opferung Isaaks".
1799-1825
Mit dem Tod Karl Theodors endet die pfälzische Linie. Kurfürst Maximilian IV. Joseph (1756-1825, ab 1806 König Max I. Joseph) aus der Linie Pfalz-Zweibrücken gliedert sogleich nach Regierungsantritt seine Galerie Zweibrücken in die Münchener Sammlung ein: gut 2000 Bilder altdeutscher, flämischer, holländischer und jüngerer französischer Maler, u.a. Chardins "Rübenputzerin" und Bouchers "Ruhendes Mädchen".
Ab 1802
Im Zuge der Säkularisation gelangen etwa 1500 Gemälde in Staatseigentum, darunter hochrangige altdeutsche Tafelbilder und bedeutende Barockgemälde. Nahezu gleichzeitig beginnt die Dezentralisierung der Kunstbestände: Die ersten Filialgalerien entstehen - Augsburg, Ansbach, Bamberg, Würzburg, Nürnberg und Aschaffenburg -, die, konzeptionell angepasst, zum Teil noch bis heute fortbestehen.
Ab 1805
Der Kronprinz und spätere König Ludwig I. (1786-1868) erwirbt zahlreiche italienische Gemälde, u. a. Werke Giottos, Botticellis, Filippino Lippis und Domenico Ghirlandaios, Peruginos und Raphaels. 97 von 314 Gemälden der italienischen Abteilung - darunter nahezu alle Hauptwerke - wird Ludwig bis zur Eröffnung der Alten Pinakothek 1836 gesammelt haben.
1806
Die Düsseldorfer Galerie Johann Wilhelms von Pfalz-Neuburg, bereits 1777 durch Erbschaft an Karl Theodor gefallen, wird nach München überführt.
1826
Am 7. April, dem Geburtstag Raphaels, wird der Grundstein zur (Alten) Pinakothek gelegt (Architekt: Leo von Klenze).
1827
König Ludwig I. kauft die 216 Bilder der Sammlung Boisserée für 240.000 Gulden: Kölnische Werke, u. a. vom Meister des Marienlebens oder von Stefan Lochner, und auch die Hauptwerke der altniederländischen Schule, Rogier van der Weydens Columbaaltar, Dieric Bouts' "Perle von Brabant" und Hans Memlings "Sieben Freuden Mariens" kommen nach München.
1828
König Ludwig I. erwirbt für 80.000 Gulden 219 altdeutsche Gemälde der schwäbischen, fränkischen, mittel- und oberdeutschen Schule aus der Sammlung Oettingen-Wallerstein, darunter Dürers "Bildnis des Oswolt Krel" und Altdorfers "Donaulandschaft".
1836
Einweihung der (Alten) Pinakothek.
1838
Der erste Gemäldekatalog erscheint (Verfasser: Johann Georg von Dillis).
1939-1945
Schließung der Alten Pinakothek während des Krieges. Die Gemälde werden ausgelagert, zunächst in München, ab 1942 außerhalb der Stadt, so dass am Ende kaum Verluste zu beklagen sind. Die Bombenangriffe am 9. März 1943, 25. April, 12. und 16. Juli sowie am 17. Dezember 1944 beschädigen das Gebäude schwer.
1946-1957
Im Haus der Kunst werden Gemälde der Alten Pinakothek und der (ehemaligen) Neuen Staatsgalerie (das entspricht heute dem jüngeren Bestand ab 1850 in der Neuen Pinakothek) ausgestellt.
1952-1957
Wiederaufbau der Alten Pinakothek durch Hans Döllgast. Die Spuren der Zerstörung sind am Außenbau sichtbar geblieben. Diese wie auch das große Treppenhaus auf der Südseite - hier befanden sich im Obergeschoss die Loggien, der Haupteingang war ursprünglich im Osttrakt - sind inzwischen schutzwürdige Bestandteile des Gebäudes.
1957
Am 7. Juni Wiedereröffnung der Alten Pinakothek. 1961 folgt die Einrichtung des östlichen, 1963 die des westlichen Untergeschosses.
Ab 1966
Werke des 18. Jahrhunderts werden als Leihgaben der Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank hinzuerworben, u.a. Lancrets "Vogelkäfig" und Bouchers "Madame Pompadour".
1990
Erwerbung von Dieric Bouts' "Ecce agnus dei".
1994-1998
Generalsanierung des Gebäudes; eine Auswahl von Meisterwerken wird in der Neuen Pinakothek ausgestellt. Wiedereröffnung der Alten Pinakothek am 23. Juli 1998.
2008/09
Private Spender ermöglichen die Neubespannung der Säle im Obergeschoss; die Seide in den auf die Erstaustattung zurückgehenden Farben Rot und Grün wird in Lyon gewebt.